45 Millionen Euro Verlust in drei Quartalen

28. August 2008, 09:22
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Der Billigflieger wird im Halbjahr massiv von den hohen Treibstoffkosten getroffen, ein Sparpro­gramm soll das Gewinn­ziel für 2009 ermöglichen

Wien - Die börsenotierte Billigfluggesellschaft SkyEurope hat in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2008 (Oktober bis Juni) massive Verluste erlitten. Der Nettoverlust wuchs von 37,6 auf 45,4 Mio. Euro, das Betriebsergebnis EBIT brach im gleich Zeitraum auf -50,2 (nach -35,2) Mio. Euro ein, teilte die Gesellschaft heute, Donnerstag, auf ihrer Homepage mit. Allein im dritten Quartal belief sich das Minus beim EBIT auf 14 (-5,2) Mio. Euro, der Nettoverlust verdreifachte sich auf 16,8 (5,1) Mio. Euro.

Das negative Eigenkapital hat sich per Stichtag 30. Juni von -23,6 Mio. Euro im Jahresabstand auf nunmehr knapp -50 Mio. Euro mehr als verdoppelt. Die Zahl der Passagiere stieg in den ersten neun Monaten um knapp 20 Prozent auf 2,6 nach 2,2 Millionen Fluggästen, der Umsatz erhöhte sich um 14,4 Prozent auf 168,4 (147,3) Mio. Euro. Im dritten Quartal allein stieg die Zahl der Fluggäste um 3,3 Prozent auf 957.382 (927.018), während der Umsatz bei 67,9 (67,8) Mio. Euro stagnierte.

Vergleich mit AUA

AUA flog im ersten Halbjahr 2008 einen Verlust (Periodenergebnis) von 48,7 Mio. Euro ein, rund sechsmal soviel wie im Jahr davor (8,6 Mio. Euro). Allein im ersten Quartal 2008 hat der AUA-Verlust 60,2 Mio. Euro betragen. Diese Zahl hatte der austro-saudische Investor Mohammed Al Jaber zum Anlass genommen, sein bereits unterzeichnetes 150-Millionen-Investment bei der AUA platzen zu lassen. Er sei über die wahre Situation "in die Irre geführt worden", so die Begründung.

"Die hohen Treibstoffpreise haben uns massiv getroffen", erklärte SkyEurope-Finanzchef Nick Manoudakis. Allein dieser Posten habe mit einem zweistelligen Millionenbetrag zu Buche geschlagen. "Bei einem Treibstoffpreis wie im Jahr 2007 hätten wir ein ausgeglichenes Ergebnis oder sogar einen kleinen Gewinn erreicht", sagte Manoudakis.

Sparstift

Trotz bereits erreichter Kostenreduktionen sollen die Sparmaßnahmen bei SkyEurope jetzt weiter gehen. Unrentable Strecken wie Dublin oder Innsbruck wurden aus dem Programm genommen, über den Winter wird SkyEurope drei der derzeit 15 Flugzeuge aus dem Verkehr ziehen.

Für das nächste Geschäftsjahr 2009 wird weiterhin das Erreichen der Gewinnschwelle angepeilt. Dazu sollen geplante Preisabsicherungsmaßnahmen ("Hedging") beim Kerosinpreis ebenso beitragen wie sinkende Mitarbeiterzahlen. Zur Jahresmitte beschäftigte SkyEurope 714 Mitarbeiter, davon ist der größte Teil fliegendes Personal. Sparpotenzial sieht Manoudakis vor allem noch bei den Verwaltungskosten. Zusatzeinnahmen wie die seit kurzem eingehobene Gebühr für die Beförderung von Gepäck sorgten für Geldflüsse in zweistelliger Millionenhöhe. (APA)

  • Das Betriebsergebnis bricht auf -50 Millionen Euro ein.
    foto: skyeurope

    Das Betriebsergebnis bricht auf -50 Millionen Euro ein.

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