Warimpex erleidet Gewinneinbruch

28. August 2008, 14:45
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Nettoergebnis sinkt im Halbjahr um 45 Prozent, Umsatz erhöht sich um 25 Prozent

Wien - Der auf Hotels spezialisierte börsenotierte Immobilienentwickler Warimpex Finanz- und Beteiligungs AG musste wegen höherer Zinsaufwendungen und verlustträchtigen Wertpapieren zum Halbjahr ein massiv schlechteres Finanzergebnis hinnehmen, was den Gewinn um 45 Prozent gedrückt hat. Das Unternehmen will in den nächsten Wochen ein Projekt verkaufen, dessen Erlöse in weiteres Development fließen sollen, sagten Warimpex-Manager bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Die Weiterentwicklung der bestehenden Projekte sei in jedem Fall gewährleistet.

Die Umsatzerlöse der Warimpex stiegen in den ersten sechs Monaten um 25 Prozent auf 44,3 (35,4) Mio. Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 63 Prozent auf 22,0 (13,5) Mio. Euro, der operative Gewinn (EBIT) erhöhte sich von 8,9 auf 15,8 Mio. Euro. Die Steigerung des operativen Ergebnisses ging freilich ausschließlich auf die Rechnung von Verkaufserträgen, die sich gegenüber der Vorjahresperiode vervierfacht haben.

Das Finanzergebnis verschlechterte sich wegen höherer Zinszahlungen, Millionenverlusten beim Verkauf eines Wertpapiers sowie Kursverlusten bei Franken-Krediten gegenüber dem Vorjahr von minus 5,7 auf minus 15 Mio. Euro. Der Periodengewinn ging in Folge auf 3,1 (5,5) Mio. Euro zurück. Der Gewinn pro Aktie verringerte sich nach sechs Monaten entsprechend auf 9 (16) Euro-Cent.

Strategie wird beibehalten

Die Warimpex-Strategie, ein Projekt zu verkaufen, um damit drei weitere zu finanzieren sei auch für das zweite Halbjahr aufrecht, sagte Finanzvorstand Georg Folian. Allerdings könne das Management den erfolgreichen Abschluss von Verkäufen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht garantieren; da die bestehenden Entwicklungsprojekte ausfinanziert seien, würden etwaige Verzögerungen bei den Verkäufen die Entwicklung neuer Liegenschaften lediglich verlangsamen. Eine Kapitalerhöhung sei keine geplant. Die Eigenkapitalquote liegt aktuell bei etwa 30 Prozent. Die Warimpex hat 14 Projekte in fortgeschrittener Entwicklung beziehungsweise im Bau.

Vorstandschef Franz Jurkowitsch räumte ein, dass in den vergangenen Monaten die Zinsen für Fremdkapital teurer geworden seien und sich stärker gewordene osteuropäische Währungen negativ bemerkbar würden.

Die Konjunktur in den osteuropäischen Ländern sei jedoch intakt, der Wachstumsvorsprung bleibe erhalten, beteuerte der Immobilienmanager. Die Immobilienaktien würden derzeit unter ihrem Wert geschlagen, "weil alle nur die eine Seite der Geschichte - die mit den steigenden Zinsen und höheren Finanzierungskosten sehen", sagte Jurkowitsch. Er sei "überzeugt, dass die Zeit für sie wieder kommen wird". (APA)

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