Polizei löst Kundgebung mit Tränengas auf

29. August 2008, 16:40
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Massenproteste gegen Regierung weiten sich aus - Streikaufruf bei Thai Airways - Eisenbahner schließen sich den Protesten an - Tag Vier der Proteste im Regierungsviertel von Bangkok

Bangkok - Von den Protesten gegen die Regierung in Thailand sind mittlerweile auch zahlreiche ausländische Touristen betroffen: Am vierten Tag der Demonstrationen schlossen die Behörden am Freitag drei Flughäfen, darunter den auf der Touristeninsel Phuket. Mehr als 5000 Demonstranten hätten die Startbahn am Phuket International Airport gestürmt, teilte der Flughafenbetreiber mit.

Tränengas eingesetzt

In der Hauptstadt Bangkok setzte die Polizei Tränengas gegen rund 2000 Demonstranten ein, die sich vor der Polizeizentrale versammelt hatten. Bis zu 25.000 Menschen hielten das Regierungsviertel besetzt und forderten den Rücktritt von Premierminister Samak Sundaravej.


Bis wann der Betrieb der drei Flughäfen Phuket, Krabi und Hat Yai im äußersten Süden des Landes ausgesetzt sei, hänge von der weiteren Entwicklung der Lage ab, sagte Sereerat Prasutanont, Leiter der staatlichen Flughafenbehörde.

Der Flugbetrieb der AUA nach Bangkok war nach Angaben eines Sprechers ungestört, die Flüge nach Phuket hat die Airline schon vor einigen Jahren eingestellt.

Eisenbahner streiken

Thomas Cook berichtete von ersten Einschränkungen für Reisende. Laut einer Sprecherin wurden in Phuket deutsche Gäste, die abreisen sollten, vorerst in Hotels untergebracht. Weitere Urlauber, die bei einer Rundreise nach Phuket fliegen sollten, blieben demnach in Bangkok. Ein Sprecher von TUI in Deutschland erklärte hingegen, bisher sei der Flugbetrieb nicht beeinträchtigt. Insgesamt besuchen jährlich 15 Millionen ausländische Touristen Thailand.

248 Beschäftigte der staatlichen Eisenbahngesellschaft schlossen sich der Protestbewegung an und erschienen nach Angaben eines Sprechers der Bahngesellschaft nicht zur Arbeit. Auch Gewerkschafter der Fluggesellschaft Thai Airways riefen ihre 15.000 Mitglieder auf, sich für jeweils zwei Tage krank zu melden und damit indirekt einen Streik zu organisieren.

In Bangkok kam es zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten, als diese versuchten, die Ordnungshüter am Regierungssitz zurückzudrängen. Polizisten setzten Schlagstöcke ein, um weitere Demonstranten am Zugang zu hindern. Mehrere Demonstranten und zwei Polizisten wurden leicht verletzt. Nachdem etwa tausend Sicherheitskräfte in der Nacht den Komplex verlassen mussten, umstellten am Freitag laut Polizeiangaben rund 3000 Beamte das "Government House". Auf dem Gelände waren rund 25.000 Menschen verschanzt. Am Abend zogen rund 2000 Demonstranten zur Polizeizentrale und forderten die "Auslieferung" der für die Zusammenstöße verantwortlichen Offiziere. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Menge aufzulösen.

Zuvor hatte Regierungschef Samak bekräftigt, er wolle nicht mit Gewalt gegen die Demonstranten vorgehen. Nach derzeitigem Stand der Dinge wolle er auch nicht den Ausnahmezustand erklären, fügte Samak am Freitag hinzu. Zugleich wiederholte der 73-Jährige, er werde nicht zurücktreten.

Am Dienstag hatte die seit Mai andauernde Protestbewegung gegen den Regierungschef einen Höhepunkt erreicht: 35.000 Anhänger der oppositionellen königstreuen Volksallianz für Demokratie (PAD) stürmten den staatlichen Fernsehsender und umstellten Regierungsgebäude. Die Demonstranten werfen Samak vor, eine "Marionette" des im September 2006 in einem unblutigen Putsch abgesetzten Vorgängers Thaksin Shinawatra zu sein. Der wegen Korruption angeklagte Ex-Regierungschef entzieht sich im britischen Exil einem Prozess in seiner Heimat. (APA)

 

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Bankok Post: Transport strangled

  • Regierungsgegner ketten sich an das Tor des Büros von Regierungschef Samak Sundaravej.
    Foto: AP/David Longstreath

    Regierungsgegner ketten sich an das Tor des Büros von Regierungschef Samak Sundaravej.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Schlagstockeinsatz gegen Demonstranten

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