Strache für Dreierkoalitionen nicht zu haben

28. August 2008, 07:36
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FPÖ-Chef schließt auch Kanzlerposten für sich nicht aus - Wahlziel sind 15 Prozent und mehr - "Ich bin im positiven Sinn ein Populist"

Wien - FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ist für "wackelige" Dreierkoalitionen nach der Nationalratswahl nicht zu haben. Für eine rot-blaue oder eine schwarz-blaue Regierung stünde er hingegen zur Verfügung, sagte Strache im APA-Interview. Für nicht ausgeschlossen hält er auch einen "Kanzler Strache", es "hat ja in Österreich Tradition, dass der Dritte zum Kanzler gewählt wird". Dass er weder von der SPÖ noch von der ÖVP als möglichen Partner gesehen wird, nimmt Strache gelassen, denn er rechnet angesichts der für die FPÖ guten Umfragen nach der Wahl entweder mit einem "radikalen" Umdenken oder mit einem Führungswechsel bei den Großen. Sein Wahlziel ist es, die 15 Prozent zu überspringen.

Strache will bei der bevorstehenden Wahl den dritten Platz von den Grünen zurückerobern und zwar mit einem möglichst kleinen Abstand zum Zweiten. Sein Ziel ist es außerdem, die Zwei-Drittel-Mehrheit von SPÖ und ÖVP zu brechen. Auf BZÖ-Chef Jörg Haider angesprochen, der sich einen Vizekanzler Strache vorstellen kann, schloss dieser nicht aus, sogar Kanzler zu werden. "Bei uns hat es ja Tradition, dass der Dritte zum Kanzler gewählt wird. Wenn ich Dritter werde, kann es durchaus sein, dass ich auch Kanzler werden kann", so Strache in Anspielung auf Wolfgang Schüssel (V) nach der Wahl 1999.

Mit SPÖ oder ÖVP koalieren

 

Grundsätzlich sieht Strache nur eine Zweierkoalition als "tragfähig" an. Eine Dreierkoalition "kann nur sehr schwer und wahrscheinlich gar nicht funktionieren". Die FPÖ wolle daher so stark werden, dass sich eine Zweierkoalition mit SPÖ oder ÖVP ausgehe, so Strache. (APA)

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