Die nächste Welt wird schneller, stärker, höher

27. August 2008, 17:57
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Sportstaatssekretär Lopatka und sein Brieflein an das Christkind in der nächsten Regierung

Wien - Drei Medaillen, 30 Top-Ten-Platzierungen bei den Sommerspielen in Peking - durchschnittlich sei Österreichs Team gewesen, sagt Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka. Also listet er zehn Punkte auf, falls die nächste Regierung sie befolge, werde bei den Spielen in London 2012 alles besser sein. "Wir sollten in 20 der 26 Sportarten bei den Sommerspielen 2012 in London sein" , fordert Lopatka. Viele sollten gefördert werden, und es sollte gleichzeitig eine Komprimierung auf die Besten stattfinden. Die sportliche Quadratur des Kreises.

Was seit 1999, als Schwarz-Blau das Land und den Sport übernahm, nicht passierte, soll jetzt erledigt werden. Das Berufssportgesetz, eine zentrale Spitzensportförderung, mehr Bewegungsraum und -zeit in Schule und Kindergarten, Leistungskompetenzzentren, Vernetzung von Verbänden und sportwissenschaftlichen Uni-Instituten in Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck, Schaffung des Berufsbildes Trainer und Sportler, gezielte Vorbereitung auf die Spiele.
Viele Synergien seien einzulösen, fordert er. Und die Doppelgleisigkeit von Sportminister (Gusenbauer) und Staatssekretariat?

Zehn Jahre lang demolierte Bildungsministerin Gehrer den Schulsport, das Gesundheitsbewusstsein und die Bewegungsfreude der Jugend. Gesundheitsministerin Rauch-Kallat schickte den McDonald's-Clown in die Kindergärten. Als Ernährungsberater! Lopatka weiß immerhin, dass Bewegung dem "Krankheits-System" (Copyright Baldur Preiml) Kosten spart. Eine Studie wies darauf hin, dass Österreichs Jugendliche zu viel Alk, Fett und Süßigkeiten einwerfen. Längst weiß jeder, wie Fastfood und Softdrinks die Ernährungsgewohnheiten ruinieren. Lopatka aber wirbt mit dem "Integrationspreis für Sportprojekte" für Coca-Cola. Solche Sponsoren seien für den Sport unersetzlich, meint Lopatka. Werbeverbote? Unmöglich, dafür sei die Politik nicht zuständig. Aber für Tabak darf im Sport auch nicht mehr geworben werden. Lopatka: "Am Nikotin sterben die Leute. Aber ich warte auf den ersten Cola-Toten." (Johann Skocek - DER STANDARD PRINTAUSGABE 28.8. 2008)

 

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