Abschlussrituale und der Weg zur Hängematte

30. August 2008, 10:00

Für Solveig kam der 40er und wenig später ein Burnout. Heute ist sie am besten Weg in Richtung 50er und näher bei sich als je zuvor

Mich hat es schon vor zweieinhalb Jahren erwischt. Bin Mutter von vier Kindern, drei davon haben das Alter von zehn schon überschritten, eine befindet sich derzeit in der anstrengenden Trotzpahse (nicht meine!). Lange vor meinem 40er (so mit 35) wollte ich diese neue Lebensperiode, 40 zu werden, mit einem Ritual einläuten. "

Es sollte etwas Spannendes und Kreatives sein, leider verging die Zeit und mir fiel immer noch nichts Passendes ein. Doch dann die Eingebung und dank meiner noch bestens funktionierenden Hormone entschied ich mich für das vierte Kind. Und siehe da: Es klappte (sie ist wirklich ganz eine Süße!), das sollte mein Abschluss für die rasant verstrichenen 30er sein.

Ich stand zwischen der Entscheidung, beruflich nochmals so richtig durchstarten oder lieber in alter Gewohnheit Kinder in die Welt setzten. Ich entschied mich, gemeinsam mit meinem lieben Mann, für ein weiters Kind. Natürlich bin ich bei vollem Bewusstsein einer beruflichen Herausforderung aus dem Weg gegangen, was soll's.

Der 40er kam. Umrahmt von einem kleinen aber feinen Fest überschritt ich also dieses magische Alter.

Ein Jahr später, ungewollt, mit ziemlicher Wucht, kam das tatsächliche Abschlussritual. Bei einem gemütlichen Fernsehabend ereilte mich eine noch nie dagewesen körperliche Erschöpfung, so muss sich eine Glühbirne fühlen, kurz bevor sie erlischt... Drei Tage Krankenhaus, Diagnose: Aktute Belastungsreaktion usw.

Ich doch nicht, dachte mein kleines überlastetes 40-jähriges Hirn. Du schaffst doch alles. Wenn nichts mehr geht, geht doch noch was. Ok, ich habe dann klein beigegeben, mich einer psychotherapeutischen Entlastungsphase hingegeben, so richtig offene Konten geschlossen und befinde mich am besten Weg Richtung 50er.

Ich habe viel verändert, gebe nicht mehr 150 Prozent, wo es nicht sein muß. Mit 40 darf ich auch Mal faul sein, es mir gut gehen lassen. Ich höre einfach besser auf mein Innerstes. Und sollte ich das Mal verabsäumen, gibt mir mein Körper die passenden Signale, zeigt mir den Weg zur Hängematte.

40 zu sein heißt für mich, endlich das zu machen, was mir wichtig ist. Ich gehe wieder gerne tanzen, auch mal ohne Partner, ich genieße meine Laufrunden, genieße Mal ein herrliches Essen ohne an meine Kilos zu denken. Ich fühle mich begehrenswerter denn je, genieße mein erfülltes Eheleben. Meine pupertierenden Kinder halten mich fit, so weiß ich immer, was gerade Trend ist.

Am meisten freue ich mich auf Madonna, da werden meine Schwester (noch nicht 40) und ich so richtig abrocken!

Von Solveig

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    Foto: APA/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

    "Ich höre einfach besser auf mein Innerstes. Und sollte ich das Mal verabsäumen, gibt mir mein Körper die passenden Signale, zeigt mir den Weg zur Hängematte."

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