US-Soldaten gestehen Erschießung Gefangener

29. August 2008, 10:40
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Freispruch im ersten Zivilprozess - Kopfschüsse als Rache für Tod eines Soldaten - 28-jähriger hatte sich für nicht schuldig erklärt

Washington - Im ersten Zivilprozess gegen einen ehemaligen US-Soldaten wegen eines Vorfalls während einer US-Offensive im Irak hat ein Geschworenengericht in Kalifornien den Angeklagten am Donnerstag vom Vorwurf des Totschlags freigesprochen. Der 28-Jährige hatte sich für nicht schuldig erklärt. Er wurde beschuldigt, für den Tod von vier unbewaffneten irakischen Gefangenen im November 2004 in der Stadt Falluja verantwortlich zu sein.

Ihm wurde vorgeworfen, sie selbst erschossen oder andere Angehörige seiner Einheit dazu gebracht haben, sie zu erschießen. Der Prozess konnte nach einem Gesetz aus dem Jahr 2000 vor einem Zivilgericht stattfinden, weil Nazario die Streitkräfte inzwischen verlassen hat. Zwei weitere Soldaten sind wegen ihrer Mitwirkung an dem Einsatz vor einem Militärgericht angeklagt.

Eidesstattliche Erklärung

US-Soldaten haben einem Zeitungsbericht zufolge eingeräumt, im Irak vier schiitische Milizionäre nach der Gefangennahme erschossen zu haben. In eidesstattlichen Erklärungen hätten zwei Mitglieder des Heeres zugegeben, gemeinsam mit einem dritten Soldaten im Frühjahr 2007 nahe Bagdad aus Zorn über den Tod von Kameraden die Gefangenen mit Kopfschüssen getötet zu haben, berichtete die "New York Times" am Mittwoch.

Vorgesetzte hätten zuvor befohlen, die Irakis mangels Beweisen freizulassen. Die drei, die ihre Aussagen vor US-Militärermittlern in Schweinfurt gemacht hätten, müssen nach Einschätzung von Rechtsexperten mit Mordanklagen rechnen.

Aus "Wut" gehandelt

In ihren Aussagen gaben zwei Soldaten an, auf Befehl eines Ranghöheren jeweils einen Iraker mit Pistolenschüssen getötet zu haben. Der Vorgesetzte selbst habe zwei Gefangene erschossen und dann angeordnet, die Augenbinden und Handfesseln von den Leichen zu entfernen. "Wir haben die Gefangenen aus dem Wagen geholt, in einer Reihe aufgestellt und geschossen", gab einer der Soldaten in der eidesstattlichen Erklärung zu Protokoll. Er habe aus "Wut" gehandelt. Zuvor waren zwei Mitglieder derselben Einheit durch Heckenschützen und eine am Straßenrand deponierte Bombe getötet worden.

Schon im vergangenen Monat waren den Angaben zufolge vier weitere in Deutschland stationierte Soldaten derselben Einheit im Zusammenhang mit dem Vorfall der Verschwörung zum Mord angeklagt worden. Ihnen wird vorgeworfen, die widerrechtlichen Erschießungen der entwaffneten Gefangenen gebilligt zu haben. (APA/dpa)

 

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