Mord an Ex-Boxweltmeister: Gefundenes Messer gehört Verdächtigem

27. August 2008, 16:18
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Russe nicht geständig - Sekowitsch starb an Herzstich

Wien - Das neben dem erstochenen Ex-Boxweltmeister Edip Sekowitsch (früher Secovic) gefundene Klappmesser gehört dem verdächtigen Russen, der kurz nach dem Mord festgenommen wurde. Das hat die bisherige Spurenauswertung laut Oberstleutnant Michael Mimra, Leiter der Kriminaldirektion 1 (KD 1), ergeben. Der 26-jährige Mordverdächtige hat nach wie vor kein Geständnis abgelegt.

Noch wird das in einem Blumentrog gefundene Messer weiter untersucht. Ob es sich um die Tatwaffe handelt, ist noch nicht mit hundertprozentiger Sicherheit erwiesen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sekowitsch mit der blutverschmierten Waffe erstochen wurde, ist laut den Ermittlern allerdings groß.

Der 26-jährige Russe hüllt sich nach wie vor in Schweigen. "Er gibt zu, dass er am Tatort war", so Mimra. Auch dass es im bzw. beim "Champ's Pub", dem Lokal des Ermordeten, zu einer Auseinandersetzung zwischen den beiden gekommen sei, habe der Mann den Ermittlern erzählt. Wie bei seinen bisherigen Einvernahmen, gab der Russe dann allerdings an, sich an nichts erinnern zu können.

Laut Obduktion starb der 50-jährige Ex-Boxer an einem Stich ins Herz. Fünfmal hat der Mörder auf Sekowitsch eingestochen und dabei zweimal den Oberkörper, einmal das Gesicht, den Hals und die Schläfe getroffen.

Nach einem zweiten, noch unbekannten Mann, der sich zumindest kurz vor dem Mord noch mit Sekowitsch und dem Russen im Lokal befunden haben soll, wird weiterhin gesucht. "Die Ermittlungen laufen", so Mimra. Ein Zeuge will bei einem Streit am Gehsteig vor dem Lokal eine dritte Person beobachtet haben.

Die Leiche Sekowitschs wurde Dienstag früh am Wiedner Gürtel entdeckt. Rund zehn Meter entfernt vom "Champ's Pub" lag der Tote in einer Blutlache am Gehsteig. Von der Lokaltür bis zur Leiche zogen sich Blutspuren. Den verdächtigen Russen fand die Polizei direkt neben der Leiche. Der Mann trug blutverschmierte Kleidung und hatte leichte Verletzungen an Stirn und Nase, vermutlich von Schlägen.

Sekowitsch - bekannt als "Stier von Serbien" - war früher Welt-sowie Europameister und damit einer der erfolgreichsten Österreicher in dieser Sportart. Zuletzt hatte Sekowitsch am 1. Juni ein Comeback im Ring gefeiert. Bei einem Blitzsieg setzte er sich in der Lugner City in Wien gegen den 26-jährigen Deutschen Steve Klockow in Runde Eins mittels k.o. durch. (APA)

 

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