Internationaler Schlag gegen rechtsextremen Musikvertrieb

27. August 2008, 14:41
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Durchsuchungen und Verhaftungen in Deutschland, Dänemark und Finnland

Wiesbaden - Dem deutschen Bundeskriminalamt (BKA) ist nach mehr als dreijährigen Ermittlungen ein Schlag gegen den internationalen Vertrieb von rechtsextremer Musik gelungen. Wie die oberste Polizeibehörde am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, wurden in Dänemark am gleichen Tag ein Deutscher und ein Däne - Flemming C. und Stephan G. - festgenommen. Gegen die beiden lagen seit Mai wegen des Verdachts der Volksverhetzung, der Gewaltdarstellung und der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung Haftbefehle des Amtsgerichts Frankfurt vor. Das BKA berichtete auch über Verbindungen der beiden zur rechtsextremen NPD.

Den beiden Beschuldigten wird vorgeworfen, über einen Zeitraum von mehreren Jahren als Verantwortliche des rechten Musikversands "Celtic Moon" illegale Tonträger wie "Kommando Freisler - Geheime Rechtssache" finanziert, deren Produktion in Auftrag gegeben und sie anschließend vertrieben zu haben. Dazu hat sich die Gruppierung Kontakten zu einem Mitbeschuldigten in Australien bedient, der die übersandten Masterbänder vervielfältigen ließ und mehrere zehntausend CDs anschließend nach Dänemark verschickte. Sie hatten laut BKA zudem Verbindungen zu deutschen Musikgruppen, -managern und bekannten Anhängern der rechten Szene. Darunter ist das NPD-Bundesvorstandsmitglied Thorsten H., dessen Haus in Thüringen das BKA im Oktober 2007 durchsucht hatte.

In Finnland gab es gleichzeitig Durchsuchungen der örtlichen Behörden zusammen mit Experten des BKA in einigen Objekte im Umfeld eines illegalen CD-Versands. Die Verdächtigen waren im Rahmen der Ermittlungen als Verantwortliche des illegalen CD-Versands "Werwolf Records" bekanntgeworden und stehen ebenfalls in direktem Kontakt zu den Hintermännern der Verantwortlichen von "Celtic Moon". Sie waren vor allem mit der Neuproduktion zweier Sampler mit den Titeln "Die Deutschen kommen" in Zusammenarbeit mit dem NPD-Bundesvorstand in den Fokus der Ermittlungen geraten. (APA/dpa)

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