Chip überwacht Zahnspangen-Träger

27. August 2008, 14:39
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Verkürzte Behandlungszeiten und schnellerer Therapieerfolg versprochen - ab März 2009

Durch einen Mikrochip soll in Zukunft die Dokumentation der Tragedisziplin von herausnehmbaren Zahnspangen ermöglicht werden. Es handle sich dabei um das weltweit erste vollelektronische System, gab Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl (V) bei seiner Vorstellung in einer Pressekonferenz am Mittwoch in Linz bekannt. Der Mikrochip verkürze Behandlungszeiten und führe schneller zum Therapieerfolg. Die offizielle Markteinführung soll im März 2009 sein.

Keine Beeinträchtigung des Tragekomforts

Das im Rahmen eines Kooperationsprojektes des oberösterreichischen Gesundheitsclusters und vom Land geförderte neu entwickelte System ermögliche, die Tragedauer von Zahnspangen lückenlos zu dokumentieren, hieß es. Der Chip werde direkt eingebaut. Für den Patienten ändere sich hinsichtlich Tragekomfort oder Reinigung absolut nichts. Die gespeicherten Daten des Mikrosensors werden in regelmäßigen Zeitabständen abgefragt. Eine Auslesestation überträgt entsprechende Informationen auf den Computer und zeigt eine grafische Auswertung am Bildschirm.

Fehltherapien erkennen

Sowohl erfolglose als auch erfolgreiche Therapien ließen sich damit erstmals auf Fakten und nicht nur auf Patientenberichte beziehen, so die Verantwortlichen. Die Effizienz von herausnehmbaren Zahnspangen sei somit bewertbar, Behandlungskosten würden sich der Patientendisziplin zuordnen lassen und Fehltherapien würden frühzeitig erkannt werden.

10 Millimeter

Die Medizintechnik sei mit jährlichen Wachstumsraten von bis zu sieben Prozent und einem weltweiten Gesamtvolumen von 187 Milliarden Euro ganz klar ein Zukunftsmarkt, so Sigl. Spätestens im Jänner 2009 soll der Chip den Zahnärzten und Kieferorthopäden in Deutschland sowie in anderen Ländern vorgestellt werden. Die offizielle weltweite Markteinführung ist zwei Monate später im März bei der "Internationalen Dentalschau" (IDS) in Köln geplant. Der Mikrochip soll bis dahin von derzeit 14 mal 16 Millimeter auf eine endgültige Größe von 10 mal fünf Millimeter schrumpfen. (APA)

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    Ein Chip soll überwachen, ob die Zahnspange regelmäßig getragen wird und Behandlungserfolge dokumentieren

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