Aktientausch MOL-INA wahrscheinlich

27. August 2008, 13:05
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Kroatiens Preimier Ivo Sanader will nicht, dass der INA-Kaufpreis ins Budget fließt, da dadurch der Inflationsdruck erhöht werde

Zagreb - Die weitere Privatisierung des kroatischen Ölkonzerns INA wird wahrscheinlich durch einen Aktientausch mit der ungarischen MOL erfolgen. "Der Aktientausch ist derzeit am wahrscheinlichsten, weil wir das Geld aus der INA-Privatisierung nicht im Budget brauchen und es unserer Einschätzung nach auch nicht gut wäre, wenn das Geld ins Budget fließen würde", sagte der kroatischer Regierungschef Ivo Sanader am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

"Wir wollen das beste Privatisierungsmodell finden, das keinen zusätzlichen Inflationsdruck erzeugt", sagte Sanader laut Wirtschaftsmagazin "Business.hr" bei der Präsentation der Prioritäten seiner Regierungsarbeit bis Ende dieses Jahres.

Ein Aktientausch sei zwar am wahrscheinlichsten, aber auch ein Verkauf der staatlichen INA-Aktien sei möglich, betonte der Premier. In jedem Fall werde die Entscheidung über das Schicksal der INA-Aktien schon "sehr bald" fallen.

Der ungarische MOL-Konzern hatte am 12. August der kroatischen Finanzaufsichtsbehörde HANFA ein Angebot zur Übernahme der 31 Prozent im Streubesitz befindlichen INA-Aktien zur Genehmigung vorgelegt. Für diese 31 Prozent werden die Ungarn laut Schätzungen rund 1,26 Mrd. Euro bezahlen - der im MOL-Angebot vorgesehene Preis ist noch nicht bekannt. Die MOL hält derzeit eine Sperrminorität an dem kroatischen Ölkonzern.

Unabhängigkeit

Für den Aktientausch mit MOL spricht laut Sanader auch das erklärte Ziel seiner Regierung, Kroatien im Energiebereich unabhängig zu machen. "Sollte es zu einem Aktientausch kommen, könnte Kroatien vielleicht mit seiner kleinen Beteiligung an der MOL künftig die Unternehmenspolitik der MOL beeinflussen und so teilweise die eigene Energie-Unabhängigkeit sicherstellen", wird Sanader zitiert.

Das angekündigte MOL Angebot wird nach seiner Veröffentlichung 28 Tage lang gültig sein. Konkurrenzangebote müssen spätestens 10 Tage vor Ablauf des MOL-Angebots veröffentlicht werden. An der INA sollen nicht nur die Ungarn, sondern auch die österreichische OMV und der russische Ölkonzern Lukoil interessiert sein. (APA)

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