Milleniums-Entwicklungsziele kaum erreichbar

28. August 2008, 13:11
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NGOs kritisieren EU als größten Geldgeber: Nur ein Viertel fließt in Projekte gegen Armut - Auch von Nöten wären Hilfen für Programme zur Gleichstellung der Frau

Brüssel - Entwicklungsorganisationen warnen vor einem Scheitern der im Jahr 2000 vereinbarten Millenniums-Entwicklungsziele, welche die Halbierung der weltweiten Armut bis 2015 vorantreiben soll. Die "Alliance2015" verwies laut Kathpress in einem am Mittwoch in Brüssel veröffentlichten Bericht darauf, dass dieses Ziel in weite Ferne gerückt sei. Der Zusammenschluss von sechs europäischen Nichtregierungsorganisationen forderte die EU als einen der größten Geber von Entwicklungshilfe auf, Hilfen gezielter einzusetzen.

Kampf gegen Armut und Gewalt neu organisieren

Die Entwicklungsorganisationen ermuntern die EU, ihre Zuschüsse an die Staatshaushalte der Empfängerländer neu zu organisieren. Es müsse gewährleistet sein, dass die Verwendung der Gelder von den Parlamenten und den gesellschaftlichen Gruppen in den Empfängerländern kontrolliert werden. Nur so lasse sich sicherstellen, dass die Gelder tatsächlich für Armutsbekämpfung eingesetzt werden.

Nötig seien auch Programme zur Gleichstellung der Frau und zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen.

Nach Einschätzung der "Alliance2015" fließt derzeit nur ein Viertel der von der EU gezahlten Haushaltsbeihilfen in konkrete Projekte zur Erreichung der Millenniums-Ziele. Hunger und Armutsbekämpfung spielten keine ausreichend große Rolle bei der Auswahl der Projekte. (APA)

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    Foto: APA/AP/Emilio Morenatti

    Hunger und Armutsbekämpfung spielten keine ausreichend große Rolle bei der Auswahl der zu unterstützenden Projekte seitens des Geldgebers EU.

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