Militärjunta holt Opposition in die Regierung

1. September 2008, 10:52
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General Aziz ernennt 22-köpfiges Team - Premierminister wird Laghdaf, ehemaliger Botschafter bei der Europäischen Union - RFD-Minister aus ihrer Partei ausgeschlossen

Nouakchott - Die mauretanische Militärjunta unter General Mohamed Ould Abdel Aziz, die am 6. August gegen den Präsidenten Sidi Ould Cheikh Abdallahi geputscht hatte, hat ein 22-köpfiges Kabinett unter Einschluss von Persönlichkeiten aus den Reihen der oppositionellen "Sammlungsbewegung der Demokratischen Kräfte" (RFD) eingesetzt. Premierminister ist Moulaye Ould Mohamed Laghdaf, der Botschafter des afrikanischen Landes bei der Europäischen Union in Brüssel gewesen war, wie die staatliche Nachrichtenagentur AMI am Montag in Nouakchott meldete. Zum Außenminister wurde der Politologe Mohamed Mahmoud Ould Mohamedou ernannt, der in den USA gelebt und in Harvard unterrichtet hatte.

RFD-Minister aus ihrer Partei ausgeschlossen

Die RFD erklärte allerdings, sie betrachte ihre Mitglieder in der neuen Regierung als freiwillig aus der Partei ausgeschieden. Abdallahi steht seit dem unblutigen Umsturz unter Hausarrest. Der UN-Sicherheitsrat in New York hatte von den neuen Machthabern die Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung verlangt. Das 2007 gewählte mauretanische Parlament hatte mit großer Mehrheit den Militärputsch nachträglich gutgeheißen und als "verfassungsgemäß" bezeichnet. Dem gestürzten Präsidenten wurden die "Lähmung der demokratischen Institutionen" und die Verantwortung für die wirtschaftliche Krise zur Last gelegt. Die Afrikanische Union (AU) hat die Mitgliedschaft Mauretaniens wegen des Putsches suspendiert. (APA)

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    General Mohamed Ould Abdel Aziz (im Bild) war bereits an dem Putsch vom August 2005 maßgeblich beteiligt.

  • Moulaye Ould Mohamed Laghdaf war Botschafter Mauretaniens bei der Europäischen Union in Brüssel.
    Foto: APA/EPA/AHMED ELHAJJ

    Moulaye Ould Mohamed Laghdaf war Botschafter Mauretaniens bei der Europäischen Union in Brüssel.

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