Apple darf iPhone-Werbung wegen Irreführung nicht fortführen

27. August 2008, 11:38
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UK: Nationaler Werberegulator verbietet Apple die Zweitausstrahlung des aktuellen iPhone-Werbespots

Die Advertising Standards Authority (ASA) berichtet gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, man habe Beschwerden über Apples Fernsehwerbung von Nutzern des iPhones erhalten, da in den Spots falsche Versprechungen gemacht gesetzt würden. Der Werbetext schüre mit folgenden Passagen zu große Erwartungen: "you'll never know which part of the internet you'll need" und "all parts of the internet are on the iPhone".

Jedoch, so die Kläger, unterstütze das präsentierte Modell weder "Flash" noch "Java", zwei führende Technologie zur Darstellung von Webseiten. Damit sei den iPhone-Nutzern ein großer Teil des WWWs nicht  zugänglich.

Aber

Zu seiner Verteidigung gab Apple zu Protokol, dass trotz fehlender Unterstützung sämtliche Internetadressen aufgerufen werden könnten. Viele ältere WAP-Mobiltelefone könnten hingenen nur vereinfachte Fassungen der Webseiten anzeigen, im Netz des Providers O2 hätten die iPhone-Kunden jedoch überall in UK vollen Zugang zum Internet.

Die Rechtfertigung schien die Regulierungsbehörde nicht zu überzeugen und verbot jede weitere Ausstrahlung des aktuellen Spots:

"Die Werbung hat die Einschränkungen nicht erklärt. Seher dürften dadurch erwartet haben, dass sie (mit dem iPhone) alle Inhalte des Internets, wie sie über einen PC zugänglich sind, sehen könnten und nicht nur die Möglichkeit haben, die Webseiten zu erreichen."

Änderungen

"Wir schlossen daraus, dass der Werbespot falsche Erwartungen an das iPhone hervorrief", rechtfertigt die ASA ihre Entscheidung. Apples Werbung habe grundlegende Regeln durchbrochen. Danach sei der Inhalt "irreführend" und "nicht nachweisbar".

"Die Werbung darf in ihrer momentanen Version nicht mehr ausgestrahlt werden."

Berg und Talfahrt

Mit der Veröffentlichung des Zweitmodells iPhone 3G hat Apple seit dem 11. Juli weltweit den Mobiltelefonmarkt in Bewegung gebracht. Der Medienrummel sorgte für lange Kundenschlangen vor den Verkaufsfilialen. Allerdings trübten in den vergangenen Wochen zunehmende Berichte über Unzullänglichkeiten des Multimedia-Handys das Bild. Zuletzt brachten Probleme mit der Empfangsqualität Apple eine Sammelklage von iPhone-Kunden ein. (zw)

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