Düstere Zeiten für US-Konjunktur

27. August 2008, 08:32
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Die Abkühlung auf dem Arbeitsmarkt, die hohen Energiepreise und die Schwäche auf dem Immo­bilienmarkt belasten die Wirtschaft weiter

Washington - Die US-Notenbank Fed ist bei ihrer jüngsten Sitzung von einer weiteren Abkühlung der US-Wirtschaft ausgegangen. Zusammen mit der angespannten Lage an den Finanzmärkten sahen die Währungshüter daher genug Argumente, den Leitzins trotz der Inflationsrisiken unverändert zu lassen, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Sitzungsprotokoll des Offenmarktausschusses (FOMC) vom 5. August hervorgeht.

Die US-Notenbank hatte ihre Entscheidung Anfang August, den Leitzins unverändert zu lassen, mit einer Gegenstimme getroffen. Ein FOMC-Mitglied wollte die Zinsen erhöhen. Der Schlüsselzins in den USA liegt seit April bei zwei Prozent. Laut Protokoll waren sich die Währungshüter einig, dass der nächste Schritt wahrscheinlich eine Zinserhöhung sein würde.

Die meisten Mitglieder betrachteten das derzeitige Zinsniveau angesichts der höheren Kreditkosten für Haushalte und Unternehmen als "nicht besonders akkommodierend". Zugleich wurde im dem Gremium die Erwartung geäußert, dass die Inflation in den kommenden Quartalen nachlassen könnte. Hintergrund sei eine voraussichtliche "Beruhigung" der Energie- und Rohstoffpreise.

Bei vielen Analysten sorgte das Protokoll für wenig Überraschungen. "Die Fed bewegt sich nicht und das Protokoll unterstreicht das", sagte Kurt Karl, Volkswirt bei Swiss Re, in einer ersten Reaktion. "Das sind gute Nachrichten für die Aktienmärkte, schlechte für die Anleihenmärkte." Stephen Stanley, Chefvolkswirt bei RBS Greenwich Capital Markets, erklärte: "Das Wichtigste ist, dass es so aussieht, als ob sich die Fed-Politik so bald nicht ändern wird." (APA/Reuters)

 

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    Die US-Notenbank rechnete mit einem schwachen Wirtschaftswachstum.

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