Sicherheit für das Patientennetz

26. August 2008, 20:13
posten

Alpbacher Annäherungen an das Thema "Digital Healthcare"

Der Begriff Digital Healthcare geistert schon seit Jahren durch die Medien. Allein, was er genau bedeutet, wird selten erklärt. Eines scheint sicher: Mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien will man das Gesundheitssystem umgestalten und den Herausforderungen in diesem Bereich (alternde Bevölkerung, Zunahme chronischer Krankheiten) mit einem ausgeklügelten IT-System begegnen.

Ob die neuen Technologien diese Erwartungen wirklich erfüllen können, werde vom Design, der Implementierung der Systeme, den benutzerspezifischen Anforderungen und den erforderlichen Ausbildungen abhängen, hieß es im Rahmen eines "Arbeitskreises" zum Thema während der Technologiegespräche in Alpbach. In dieser Diskussionsrunde, von der niederösterreichischen Wirtschaftsagentur Ecoplus veranstaltet, wurden Fragen besprochen, die für die Gesundheitsdienstleister im Zusammenhang mit Digital Healthcare schon seit dem ersten Auftauchen des Begriffs relevant sind: Wie kann man trotz zentralen Datenzugriffs und Informationsaustauschs den Datenschutz gewährleisten? Die in der Diskussion angeschnittenen Kritikpunkte: Standards würden fehlen, die Vernetzung sei teilweise nur mangelhaft.

Versorgung sicherstellen

Kosten- und Zeitdruck würden aber eine Steigerung der Effizienz und der Produktivität der E-Health-Systeme notwendig machen. Um eine Versorgung der Patienten sicherstellen zu können, sei die Etablierung spitalsübergreifender EDV-Systeme wie etwa der elektronischen Gesundheitsakte (Elga) für Gesundheitsdatenspeicherung und -zugriff notwendig, hieß es. Nur so könne "eine rasche, lückenlose sowie medizinisch und ökonomisch sinnvolle Behandlungskette gewährleistet werden".

Für eine solche elektronische Gesundheitsdaten-Kommunikation fehle aber derzeit ein durchgängiges Patientenidentifikationskonzept. "Beim Aufbau der Infrastruktur für die elektronische Patientenakte soll mit dem E-Health-Verzeichnis und dem Patientenindex das fehlende Identifikationskonzept geschaffen werden", heißt es beim Arbeitspreisorganisator Ecoplus. Parallelen dazu würden sich im elektronischen Bankwesen finden.

Datenaustausch zwischen verschiedenen medizintechnischen Geräten könnte in der Intensivmedizin mehr Sicherheit bringen. Sensoren spielen für die Erfassung des momentanen Zustands von Patienten eine entscheidende Rolle. Vernetzt mit anderen Systemen, übernehmen sie Monitoring-Aufgaben, die Rückschlüsse zulassen und bei Bedarf ein Eingreifen des Arztes ermöglichen. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 27.8.2008)

Share if you care.