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Frauenförderung im Beruf

1. September 2008, 14:37
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Die SPÖ Frauen fordern in ihrem Wahlprogramm 2008 zahlreiche Maßnahmen zur Förderung von Frauen am Arbeitsplatz

Mehr Chancengerechtigkeit im Beruf ist einer der Schwerpunkte im Wahlprogramm der SPÖ Frauen. Es gilt, die Einkommensschere und die Gläserne Decke aus der Welt zu schaffen. Doch damit Frauen über die gleichen Aufstiegschancen wie Männer verfügen, sind klare Rechtsbestimmungen notwendig.

Die Wirtschaft profitiert vom Erfolg der Frauen. Sie kann es sich nicht leisten auf die Qualifikation und das Potenzial von Frauen zu verzichten. Der Politik ist es zum Teil bereits gelungen, durch Quoten die Präsenz der Frauen zu steigern. Aber strukturierte Frauenförderung in der Politik alleine ist zu wenig. Österreichs Betriebe müssen in Zukunft offensiver die Chancen von Frauen stärken und ihnen den Weg in führende Positionen ebnen.

Frauen erobern alle Berufssparten

Die Zahl der Beschäftigten ist im vergangenen Jahr gestiegen. Mehr als 1,5 Millionen Frauen sind unselbständig erwerbstätig, die Arbeitslosenquote liegt bei fünf Prozent. Dennoch ist die österreichische Frauenerwerbsquote von 67 Prozent deutlich geringer als jene der Männer, die fast 80 Prozent erreicht.

Bildung könnte bei der Angleichung eine wichtige Rolle spielen: In vielen Ausbildungsbereichen haben Frauen ihre männlichen Kollegen bereits überholt und sie sind dabei, alle Berufssparten und -felder zu erobern. Die SPÖ will Frauen und Mädchen auch dazu ermutigen, neue Berufe zu wählen und sich selbst nicht nur auf typische Frauensparten zu beschränken.

Die SPÖ Frauen fordern daher bessere Berufsinformation in Schulen, die Chance auf Um- und Neuorientierung während der Berufstätigkeit und einen bundesweiten Frauenförderfonds.

Viele Frauen möchten mehr arbeiten

Teilzeitarbeit kann eine Möglichkeit sein, zeitweise Beruf und Familie besser zu vereinbaren. Die Gefahr besteht jedoch, dass Teilzeitarbeit zur reinen Frauendomäne wird. Zahlen bestätigen die Befürchtung: Mehr als vierzig Prozent der erwerbstätigen Frauen, aber nur sieben Prozent der Männer sind teilzeitbeschäftigt. Teilzeitarbeit kann zur Falle für Frauen werden, denn Einkommensnachteile, weniger Aufstiegsmöglichkeiten und in der Folge eine schlechtere sozialrechtliche Absicherung sind die Folgen.

Befragungen zeigen, dass diese Beschäftigungsform, vor allem im Handel und in den sozialen Dienstleistungen, nicht immer freiwillig und gewünscht ist. Vor allem fehlende Kinderbetreuungsplätze und das Fehlen von ganztägiger Beschäftigung werden als Grund angegeben, warum keine Vollzeitarbeit angenommen werden kann. Auch die Zahl der geringfügig Beschäftigten wächst weiterhin an, nach wie vor sind zwei Drittel davon Frauen. Oft müssen Frauen mehrere Jobs annehmen, um ihr Überleben zu sichern. 155.000 derzeit teilzeitbeschäftigte Frauen würden gerne länger arbeiten, wenn passende Kinderbetreuung vorhanden wäre.

Als Lösungsansatz fordern die SPÖ Frauen eine bessere sozialrechtliche Absicherung geringfügig Beschäftigter und ein Rückkehrrecht von Teilzeit- auf Vollzeitarbeitsplätze. Wichtig ist jedoch, als Grundlage dafür die Kinderbetreuung auszubauen: Dazu gehört ein Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung und eine finanzielle Unterstützung für einkommensschwächere Familien oder AlleinerzieherInnen bei den Kosten für den Kindergarten. Langfristiges Ziel der SPÖ Frauen ist das Vorziehen der Schulpflicht auf das fünfte Lebensjahr, wie es bereits in vielen EU-Ländern erfolgreich praktiziert wird.

Papamonat

Die SPÖ Frauen fordern, dass alle Männer einen fairen Anteil an familiärer Arbeit und Kinderbetreuung übernehmen. Nur fünf Prozent der Männer gehen momentan in Karenz. Es ist notwendig, Anreize für eine höhere Beteiligung der Väter zu bieten. Mit der Einführung eines Papamonats soll ein eigener Rechtsanspruch des Vaters auf eine berufliche Freistellung gesichert werden. Diese Zeit soll vier bis acht Wochen umfassen. Wichtig ist eine arbeits- und sozialrechtliche Absicherung mit Versicherungs-, Kündigungs- und Entlassungsschutz.

Mehr Geld und Führungspositionen

Frauen erhalten in Österreich nur 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens von Männern. 43 Prozent der vollzeitbeschäftigten Frauen verdienen weniger als 20.000 Euro im Jahr. Auch in Führungspositionen sind sie noch spärlich vertreten. Der Frauenanteil stagniert 2008 sowohl in der Geschäftsführung als auch im Aufsichtsrat. Ziel ist es, den Anteil von Frauen in Führungsgremien zu erhöhen und nach dem Beispiel Norwegens eine 40-prozentige Frauenquote im Aufsichtsrat von Unternehmen festzulegen.

Mit Frauenförderung punkten

In Zukunft sollen mehr Anreize für aktive Frauenförderung der Unternehmen geschaffen werden. Ein Schritt in diese Richtung ist eine bessere Dotierung von Gleichbehandlungsanwaltschaften und aktiver Arbeitsmarkpolitik für alle Frauen. Arbeitsgrundlage der Politik wäre die Veröffentlichung betrieblicher Statistiken über Frauen- und Männereinkommen auf regionaler bzw. nationaler Ebene. Danach könnte entschieden werden, ob Frauenförderungsprogramme in Betrieben forciert werden müssen. Die SPÖ Frauen wollen die Vergabe von öffentlicher Aufträgen an aktive Frauenförderung wie Frauenförderpläne, Wiedereinstiegsprogramme, Weiterbildungsmöglichkeiten, Einsetzung von Frauenbeauftragten, Bereitstellung betrieblicher Kinderbetreuung, Teilzeitarbeit in Führungspositionen, Erhöhung der weiblichen Beschäftigten in Führungspositionen und Maßnahmen zum Schließen der Einkommensschere knüpfen.

 

  • Eine gute Ausbildung ist die Grundlage für die Angleichung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt.
    spö

    Eine gute Ausbildung ist die Grundlage für die Angleichung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt.

  • Frauen sind mittlerweile dabei, alle Berufsfelder und -sparten zu erobern.
    spö

    Frauen sind mittlerweile dabei, alle Berufsfelder und -sparten zu erobern.

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