Expedition des Polarforschers Shackleton wird wiederholt

26. August 2008, 16:19
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Nachfahren des Abenteurers wollen mit moderner Ausrüstung das schaffen, was dem For­scher 1909 nicht gelang: den Südpol erreichen

London - Er selbst kam nie am Ziel an - 100 Jahre nach seiner gescheiterten Mission wollen die Nachfahren des Polarforschers Ernest Shackleton und seiner Mannschaft die Expedition zum Südpol zu Ende bringen. Für die "Shackleton Jahrhundert-Expedition" suchen die sechs Abenteurer noch das letzte Mitglied. Der Kandidat müsse keine Verwandtschaft mit den Forschern nachweisen, sollte aber fit sein, eine "unerbittliche Leidenschaft" haben und immer "das Glas halbvoll" sehen, teilten die Organisatoren am Dienstag mit.

Drei der Mitglieder sollen Ende Oktober zu dem gleichen 1.500-Kilometer-Trip durch Schnee und Eis aufbrechen, den der britisch- irische Forscher Shackleton bei seiner Expedition - benannt nach seinem Schiff "Nimrod" - auf sich nahm. Die drei Abenteurer werden dann die restlichen vier Mitglieder 170 Kilometer vor dem Pol treffen - dort, wo ihre Vorfahren am 9. Jänner 1909 wegen Schneestürmen und schwindender Verpflegung aufgeben mussten.

Moderne Ausrüstung

Die Nachfahren Shackletons (1874-1922) werden statt Ponys moderne Navigationsgeräte und eine Top-Ausrüstung dabei haben. Zudem werden sie anders als ihre Vorfahren nach ihrer Mission vom Südpol ausgeflogen.

Der Polarforscher plante die Nimrod-Expedition in der Hoffnung, als erster Mensch den Südpol zu erreichen. Obwohl er scheiterte, kam er seinem Ziel so nahe wie bis dahin niemand zuvor. Bei seiner Rückkehr nach Großbritannien wurde er als Held gefeiert und zum Ritter geschlagen. Er starb 1922 auf einer Expedition an einem Herzanfall. Am 14. Dezember 1911 erreichte der Norweger Roald Amundsen als erster Mensch den Südpol. (APA/dpa)

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    Nachdem Shackleton mit dem Versuch, den Südpol als erster Mensch zu erreichen, gescheitert war, nahm er sich 1914 ein neues Ziel vor: die Antarktis zu durchqueren. Aber auch diese Expedition blieb erfolglos, sein Schiff, die "Endurance" (im Bild), blieb im Packeis stecken.

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