Österreicher fahren mehr "Spritfresser" als andere Europäer

26. August 2008, 15:27
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Die umweltfreundlichsten Flotten gab es in Portugal, Italien und Frankreich. Der ÖAMTC sieht 2008 allerdings einen klaren Trend zu mehr Kleinstwagen in Österreich

Wien - Die Österreicher haben 2007 mehr "Spritfresser" gekauft, als andere Europäer. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des europäischen Dachverbandes des VCÖ, "Transport & Environment", die den durchschnittlichen CO2-Ausstoß der angemeldeten Neuwagen in 18 EU-Staaten 2007 verglichen hat. Österreich lag dabei nur auf Platz 10. Die umweltfreundlichsten Flotten gab es in Portugal, Italien und Frankreich. Der ÖAMTC sieht 2008 allerdings einen klaren Trend zu mehr Kleinstwagen in Österreich.

In Österreich wurden im Vorjahr 298.182 Pkw neu angemeldet, die im Schnitt 162 Gramm CO2 pro Kilometer ausgestoßen bzw. 6,2 Liter Diesel bzw. 6,9 Liter Benzin verbraucht haben - um 13 Prozent mehr als die in Portugal neuangemeldeten Autos (142 Gramm pro km). Schlusslicht beim Umweltbewusstsein waren im Vorjahr die schwedischen Autokäufer mit einem Durchschnittausstoß von 180 Gramm pro km, knapp hinter den finnischen mit 176 Gramm. 2012 soll der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Neuwagen in der EU laut einer noch in Verhandlung befindlichen Richtlinie auf 130 Gramm sinken.

150 Euro Ersparnis

Mit ähnlich spritsparenden Autos wie in Portugal hätten die heimischen Neuwagenkäufer 33,9 Millionen Liter Sprit weniger tanken müssen bzw. sich jeweils 150 Euro im Jahr erspart, rechnet VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen vor. Im Schnitt ging der Spritverbrauch der 14,2 Millionen Neuwagen in den 18 Ländern 2007 um 1,7 Prozent gesunken.

Unter den Herstellern machte BMW beim CO2-Ausstoß seiner Flotte den größten Fortschritt mit einer Reduktion von 7,3 Prozent auf 170 Gramm gegenüber 2007. Die umweltfreundlichsten Wagenflotten kamen im Vorjahr von PSA Peugeot Citroen sowie Fiat mit im Schnitt je 141 Gramm sowie Renault mit 146 Gramm. VW, die beliebteste Marke der Österreicher, lag mit 163 Gramm nur auf Platz 10.

Der ÖAMTC ortet dennoch steigendes Umweltbewusstsein bei den heimischen Pkw-Käufern. Im ersten Halbjahr 2008 wurden laut ÖAMTC-Techniker Thomas Stix um ein Viertel mehr Kleinstwagen neu zugelassen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, während die Neuzulassungen insgesamt nur um 1,68 Prozent zugelegt haben. Bei Sport und Luxuswagen gab es im Vergleich dagegen einen Einbruch, allerdings wurden neuerlich mehr "Geländewagen" (SUVs) verkauft. Laut ÖAMTC kommt der meisterverkaufte SUV aber nur noch auf 146 g/km CO2 Austoß. (APA)

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