Wie Dell und Co Vista mit Apple-Flair verbessern wollen

26. August 2008, 14:50
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PC-Hersteller versuchen mit eigenen Oberflächen die Nutzung von Windows Vista zu vereinfachen - Desktops und Docks wie bei Apple

Um die Performance von Windows Vista zu verbessern, gehen einige PC-Hersteller dazu über, dem Betriebssystem eigene Benutzeroberflächen aufzusetzen. Ziel ist es, die Rechner nicht nur bei der Hardware deutlicher von der Konkurrenz abzugrenzen und die User-Experience von Microsofts Betriebssystem zu verbessern.

Dell Dock

Dell hat im Juni mit einer Notebook-Serie Studio das neue Dell Dock eingeführt, das die Programme am Desktop in Schnellstart-Icons für Arbeit und Freizeit organisiert. Die Idee dazu sei Dell gekommen, nachdem User sich beklagt hatten, gewisse Funktionen in Vista nicht schnell genug zu finden, wie Michelle Pearcy von Dells Software-Marketing gegenüber dem Wall Street Journal erklärt.

Das Dell Dock lässt wohl nicht zufällige Ähnlichkeiten mit Apples Dock erkennen, in dem die am meisten genutzten Programme, Dokumente und Downloads angezeigt werden. Dells Anwendung kann bei nichtgefallen allerdings wieder entfernt werden.

Software tauschen

Der PC-Hersteller hat außerdem den VoIP-Client Skype von den Studio-Laptops verbannt, um ihn gegen die eigene Video-Chat-Software zu ersetzen. Skype sei nicht benutzerfreundlich genug gewesen. Mit Dells Lösung können etwa auch Video-E-Mails verschickt werden. Demnächst will Dell neue Consumer-PCs vorgestellt, die mit Software von Zing ausgestattet sind, einem Unternehmen, das Dell vergangenes Jahr übernommen hatte. Mit der Software können Nutzer Musik und Filme suchen, herunterladen und verwalten.

Schneller Zugriff per Fingertipp

Auch HP hat für seine TouchSmart-PCs ein neues Software-Interface kreiert, das die Nutzung von Vista vereinfachen soll. Über den Touchscreen können Nutzer mit einem Fingertipp auf spezielle Icons auf Musik, Spiele, Fotos und andere Applikationen zugreifen.

Mehrere Desktops

Bei Sony hat man in den neuen Vaio-SR-Notebooks drei Desktop-Modi eingeführt, die entsprechend angepasst werden können, je nachdem ob der Computer in der Arbeit, zu Hause oder zur Unterhaltung genutzt wird. Anstatt viele Icons auf dem Desktop abzulegen, können verschiedenen Desktops für verschiedene Einsatzgebiete angelegt werden. Bei Apple nennt sich dieses Features, das in Mac OS X 10.5 neu eingeführt wurde, Spaces.

Erinnerung an Shells

Bereits in den 90er Jahren haben PC-Hersteller wie HP und Packard Bell mit sogenannten Shells versucht, Windows ihren Stempel aufzudrücken. Microsoft hatte die Unternehmen daraufhin aufgefordert, das Betriebssystem nicht zu verändern. In einem Prozess der US-Regierung gegen den Softwareriesen wurden diese Beschränkungen allerdings aufgehoben. Mittlerweile ermuntert Microsoft die PC-Hersteller eigene Software auf Vista auszusetzen, welche die Anwendung einfacher macht.

Vorbild Apple

Hinzu kommt die zunehmende Konkurrenz von Apple, dessen Hardware und Software perfekt aufeinander abgestimmt sind. Apple versucht sich durch die Technologie und nicht durch Preise von der Konkurrenz zu unterscheiden - das versucht man nun auch zunehmend bei anderen Herstellern. (br)

  • Dell Dock erinnert stark an Apples Dock
    foto: gizmodo.com

    Dell Dock erinnert stark an Apples Dock

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