"Forum Land" macht sich für Breitbandausbau im ländlichen Raum stark

26. August 2008, 14:40
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Grillitsch: Innovationsfonds soll Ausbau finanzieren - Breitbandoffensiven der vergangenen Jahre seien ein wichtiger Impuls gewesen

Investitionen in schnelle Internetanschlüsse sind
nach Ansicht des "Forum Land" das Fundament für eine moderne Informationsgesellschaft und bringen positive Wirtschaftseffekt. Aus diesem Grund hat sich der Obmann des Vereins, Bauernbundpräsident
Fritz Grillitsch am Dienstag vor Journalisten für einen Ausbau des
Breitbandnetzes im ländlichen Raum stark gemacht. Finanziert werden
sollte der Ausbau durch einen Innovationsfonds, der allerdings noch
ins Leben gerufen werden muss.

Wichtiger Impuls

Die Breitbandoffensiven der vergangenen Jahre seien ein wichtiger
Impuls gewesen, erklärte Grillitsch. Die mit 500 Mio. Euro dotierte
Fortsetzung des Programms, die auch im Regierungsprogramm festgelegt
war, sei aber vom zuständigen Infrastrukturminister Werner Faymann
(S) nicht umgesetzt worden. Dabei würden die positiven Effekte der
bisherigen Maßnahmen für sich sprechen, jeder geförderte Euro habe
Investitionen von 13,1 Euro, gebracht, erklärte der
"Forum-Land"-Obmann.

1,6 Milliarden Euro

Ein flächendeckender Ausbau der Breitbandanschlüsse würde laut
Telekom rund 1,6 Mrd. Euro kosten, so Grillitsch. Mit den
vorgesehenen 500 Mio. Euro hätte bereits ein Drittel der
Vermittlungsstellen ausgebaut werden können. Für den Rest sollte ein
Innovationsfonds geschaffen werden, wobei die Finanzierung
innovativer Ideen an die Zusammenarbeit mehrerer Gemeinden geknüpft
sein müsse, fordert er. Mit 500 Euro je Einwohner im ländlichen Raum
(100 Euro pro Jahr der Legislaturperiode) sei der Ausbau des
schnelleren Glasfasernetz finanzierbar.

Enormer Wertschöpfungsverlust

Ohne die gezielte Fortführung der Breitband-Offensive drohe dem
ländlichen Raum ein enormer Wertschöpfungsverlust, warnte der
Herausgeber des österreichischen "Future Business Austria
Infrastrukturreports", David Ungar-Klein. Österreich sei im Bereich
Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) im internationalen
Vergleich zuletzt zurückgefallen. Dabei werde genau dieser Bereich
als besonders wichtiger Standortfaktor gewertet, so der Experte.

Weniger als die Hälfte

Derzeit leben laut Grilltisch mehr als 4,5 Mio. Menschen in
ländlichen Gebieten, die in Österreich mehr als 90 Prozent der Fläche
ausmachen. 96 Prozent aller österreichischen Haushalte hätten einen
potenziellen Zugang zu Breitband, aber nur 43 Prozent nutzen diese
Möglichkeit, so Grillitsch. Daher sei es erforderlich, die
notwendigen Kenntnisse zur Nutzung der Breitband-Infrastruktur und
damit zur Teilnahme an der Informations- und Wissensgesellschaft zu
vermitteln.(APA)

 

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