Zentrale Elemente des geheimen Manhattan-Projekts unter Denkmalschutz

26. August 2008, 13:39
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Nuklearer B-Reaktor in Hanford produzierte Plutonium für die Bombe von Nagasaki - US-Innenministerium: "Genieleistung der Ingenieurskunst"

Richland - Die USA haben quasi in einem historischen Akt erstmals einen Atomreaktor unter Denkmalschutz gestellt. Der B-Reaktor der Anlage von Hanford im US-Staat Washington wurde zu einem nationalen historischen Denkmal (National Historic Landmark) erklärt. In dem Reaktor wurde das Plutonium für die Atombombe produziert, die im Zweiten Weltkrieg auf die japanische Stadt Nagasaki abgeworfen wurde.

"Der Bau des B-Reaktors war eine Genieleistung der Ingenieurskunst", sagte Lynn Scarlett vom Innenministerium in Washington. Historiker und ehemalige Beschäftigte der Rüstungsindustrie haben sich sechs Jahre lang bemüht, die Zerstörung der Anlage im Zuge der Entsorgung des nuklear verseuchten Geländes zu verhindern.

Geheimsache Manhattan-Projekt

Hanford und der B-Reaktor waren zentrale Elemente des geheimen Manhattan-Projekts für den Bau der Atombombe. Die Arbeiten zur Errichtung des B-Reaktors begannen am 7. Juni 1943. Später wurden in Hanford acht weitere Reaktoren zur Erzeugung von Plutonium gebaut. Die Bombe wurde am 16. Juli 1945 in der Wüste von New Mexico getestet und am 9. August auf Nagasaki abgeworfen. Der B-Reaktor wurde 1968 stillgelegt.

Bisher wurden in Hanford fünf Reaktoren abgebaut, ihr Reaktorkern wurde in einer Betonhülle versiegelt. Die Gesamtkosten für die Befreiung des Geländes von radioaktivem Abfall werden auf 50 Milliarden Dollar geschätzt. Die Nationalparkverwaltung muss nun entscheiden, ob der B-Reaktor nach Abschluss der Entsorgungsarbeiten für die Öffentlichkeit freigegeben werden soll. (APA/red)

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    B-Reaktor der Anlage von Hanford im US-Staat Washington wurde zum ersten Atomreaktor der Welt, der unter Denkmalschutz steht.

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