20 Jahre Musiktage Mondsee

26. August 2008, 13:23
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Kammermusik der alten und neuen Meister - 31. August bis 7. September

Salzburg - Von den Medien werden die Musiktage Mondsee - sowohl zeitlich wie räumlich im Windschatten der Salzburger Festspiele - nicht gerade verhätschelt. Vom Publikum aber schon. Die 20. Musiktage in dieser oberösterreichischen, aber von Salzburg aus wesentlich leichter erreichbaren Stadt haben sich in den zwei Jahrzehnten seit ihrer Gründung gut etabliert. Auch heuer haben die musikalischen Feinschmecker exklusiver Kammermusik für die insgesamt acht Konzerte von 31. August bis 7. September im Schloss Mondsee nur noch Restkarten übrig gelassen. Schließlich fasst der Saal im Barockschloss nur 364 Zuhörer.

Heinrich Schiff ist seit drei Jahren der künstlerische Leiter des Kammermusik-Festivals, dessen Budget heuer ganze 170.000 Euro beträgt. In diesem Jahr hat der Cellist Künstler-Kollegen wie das Hagen Quartett, das Minguet Quartett, das Auryn Quartett, Bo Skovhus, Stefan Vladar, Till Fellner oder Benjamin Schmid eingeladen, um Kammermusik von Brahms, Schubert, Haydn, Mozart, Schuhmann, Beethoven, Mendelssohn, Dvorak, Prokofjew oder Schostakowitsch zu spielen. Aber auch Messiaen, Vivier, Cater, Killmayer oder Peter Ruzicka stehen auf der Komponistenliste.

Vom ehemaligen Intendanten der Salzburger Festspiele werden "Drei Stücke für Violoncello und Klavier" uraufgeführt. "Es war ein langgehegter Wunsch von Heinrich Schiff, dass ich etwas für ihn und sein Cello schreibe", erzählt , wie Ruzicka im APA-Gespräch, "Dieses Werk ist zwar absolute Musik, die nur Musik zum Thema hat. Und doch verstehe ich es als eine Art Satellit zum meiner Oper 'Hölderlin', die im November in der Berliner Staatsoper 'Unter den Linden' herauskommen wird."

Ruzicka schreibt übrigens im Auftrag der Wiener Philharmoniker an einem Stück für großes Orchester, das 2010 im Musikverein und dann auf einer Tournee mit Christian Thielemann vor die 9. Symphonie von Beethoven gesetzt werden soll. "Das ist eine besondere Herausforderung für einen Komponisten, weil diese Symphonie ein geistiges Denkmal ist. Ich halte es wie Thomas Mann, dessen Adrian Leverkühn Beethovens Neunte zurücknehmen wollte", so Ruzicka verschmitzt. (APA)

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