Niederösterreich: Ex-Volksopern-Direktor wird Spitzenkandidat

  • Bundessprecher Alexander Zach und Chefin Heide Schmidt präsentierten ihren Spitzenkandidaten für Niederösterreich: Rudolf Berger.
    foto: lif

    Bundessprecher Alexander Zach und Chefin Heide Schmidt präsentierten ihren Spitzenkandidaten für Niederösterreich: Rudolf Berger.

Schmidt: Rudolf Berger mit "sicherem Platz" auf Bundesliste - Berger: In der Politik äuft "einiges sehr falsch"

Wien - Das LIF wird in Niederösterreich bei der Nationalratswahl am 28. September vom ehemaligen Direktor der Wiener Volksoper, Rudolf Berger, angeführt. Bundesspitzenkandidatin Heide Schmidt und Bundessprecher Alexander Zach haben den Listenersten im Land NÖ am Dienstag präsentiert. Der 48-Jährige ist aus der Schweiz gebürtig und lebt in Wien.

Niederösterreich sei das Umland der Bundeshauptstadt, das er "gut zu kennen" glaube, sagte Berger, der seit 2007 selbstständig ist. Er wird auch als LIF-Sprecher für Kunst, Kultur, Kommunikation und Umwelt fungieren. Er wolle für die Liberalen in Niederösterreich ein Ergebnis "sehr nahe an fünf Prozent" einfahren, nannte der Landesspitzenkandidat als Ziel.

Seinen Einstieg beim LIF begründete Berger damit, gespürt zu haben, dass in der Politik "einiges sehr falsch läuft". Er sei schon in den vergangenen 30 Jahren ein "politischer Mensch" gewesen. Auf die Anfrage Heide Schmidts habe er "ein paar Stunden und Tage" überlegt. Er wolle "in der Politik gestalten", betonte Berger unter Hinweis darauf, dass Gestalten ein "wichtiger Faktor für Kulturschaffende" sei.

Zentrales Thema Kulturpolitik

Schmidt wies darauf hin, dass der NÖ-Spitzenkandidat auch einen "sicheren Platz" auf der Bundesliste der Liberalen haben werde. "Es geht um eine Nationalratswahl", erwiderte sie auf die Frage nach dem Niederösterreich-Bezug Bergers. In einer Zeit, in der sich immer mehr Menschen von der Politik abwenden würden, sei es "nicht selbstverständlich", jemanden wie den ehemaligen Volksopern-Direktor als Kandidaten zu gewinnen. Zach bezeichnete Kulturpolitik als zentrales Thema des LIF.

Niederösterreich ist ursprünglich ein "guter Boden" für die Liberalen gewesen. 1993, wenige Wochen nach der Parteigründung, hatte das LIF beim ersten Antreten bei einer Wahl überhaupt mit 5,1 Prozent bzw. drei Mandaten den Einzug in den NÖ Landtag geschafft. Fünf Jahre später kam mit nur mehr 2,1 Prozent das Aus. Bei der Nationalratswahl 2002 mussten sich die Liberalen in Niederösterreich mit 0,8 Prozent begnügen. (APA)

 

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11 Postings
Erfreulich: wieder ein Nicht-apparatschik!

Mit wenigen Ausnahmen sind LIF-Kandidaten Menschen, die außerhalb der Parteiapparate respektable Arbeit geleistet haben. Das ist ein wohltuender Unterschied zu den anderen Parteien, die von Apparatschiks dominiert werden, die nie etwas anderes getan haben, als Seilschaften zu bilden - in die sie womöglich auch noch hineingeboren wurden (Rudas, Pröll,...). Nirgends sonst, nicht mal bei den Grüen, gibt es eine ähnliche Dichte an achtbaren Quereinsteigern.

das ist genauso als wenn ein Tiroler für NÖ kanditiert

Oder wie ein Fisch ohne Fahrrad

oder ein oberösterreich

in kärnten landeshauptmann wäre, oder, wie van staa, in tirol:-)

also der zach

schaut auf den bildern aus, als ob er als tapferes schneiderlein gerade einem wilhelm busch buch entsprungen wäre ;-)

Ich bin froh

dass Berger nicht für Wien ist, der/die ja noch immer nicht bekannt?
Hoffe weiterhin auf eine dynamische Geschäftsfrau welche noch Restliberale in der ÖVP anspricht. Das muss doch auch in Österreich irgendwie möglich sein, zumindest in Wien - auch wenn ich diese Idee selbst schon etwas lächerlich finde :-) Ich bleibe dabei, ohne ein größeres Spektrum wirtschaftsliberaler Stimmen zu erreichen wird eine (neuerliche) Etablierung des LIF Leider nicht gelingen fürchte ich... Auch wenn die Partei für einen tatsächlich bürgerlichen Flügel hierzulande wohl immer viel zu klein bleiben wird. Für mehr Liberalität reichts auf absehbare Zeit wohl wirklich nicht, diesmal ist die Chance auf einen weiteren Einzug in das Parlament aber zumindest größer...

... einen "sicheren Platz" auf der Bundesliste der Liberalen haben werde.

Ich glaube ja nicht, dass es auf der Bundesliste des LIF überhaupt einen sicheren Platz gibt.

Wenn er als Politiker ..

... genauso gegen die Wähler agiert, wie er gegen das Publikum agiert hat, viel SPaß.

Wieder einer,

der als Politiker abcashen will, weil er offensichtlich in seinem Beruf nur mehr wenig Erfolg hat.

Wieder ...

bin ich beeindruckt. Das wird was!

Bitte um einen Hinweis ob Ironie oder nicht! Danke

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