Gasproduktion im Marchfeld

26. August 2008, 12:09
4 Postings

Der heimische Öl- und Gaskonzern nimmt die Produktion in zwei im Wiener Becken gelegenen Erdgasfeldern auf, dadurch steigt die Inlandsproduktion um 20 Prozent

Wien - Vor drei Jahren ist die OMV bei Bohrungen im Marchfeld (NÖ) auf eine große Gasblase gestoßen. Jetzt, kurz vor Beginn der Heizsaison, fließen erste Mengen aus den zwei neu entdeckten Gasfeldern in Strasshof und Ebenthal in das Netz - für die OMV ein Beitrag zur Versorgungssicherheit. "Jedes Gas, das man im Hinterland hat, ist das sicherste", sagte der im Unternehmen für die Exploration und Produktion zuständige Vorstand Helmut Langanger in einer Pressekonferenz am Dienstag.

Bei dem Fund im Marchfeld handelt es sich um den größten seit einem Vierteljahrhundert in Österreich. In der Lagerstätte befinden sich rund 5,5 Mrd. m³ Erdgas. Diese Menge entspricht rund 65 Prozent des österreichischen Jahresbedarfs.

Inlandsproduktion steigt enorm

Mit der Inbetriebnahme der zwei Felder erhöht sich auch die Inlandsproduktion beträchtlich. Bis 2010 werde die heimische Gasproduktion um rund 20 Prozent oder 10.000 Fass Öläquivalent (boe; je 159 Liter) steigen, sagte Langanger.

Das Gas wird aus großer Tiefe gefördert, die Kosten für die Entwicklung der Felder beliefen sich seit 2005 auf rund 210 Millionen Euro. Die zusätzlich pro Jahr geförderte Gasmenge entspricht rund sieben bis acht Prozent des derzeit von der OMV insgesamt produzierten Gases. Nach Schätzungen von Langanger wird die OMV damit ihren Anteil an der Versorgung Österreichs von aktuell 15 auf 20 Prozent steigern.

Eingedenk der gesicherten und wahrscheinlichen Reserven könne man davon ausgehen, dass auch in 30 Jahren noch Öl und Gas in Österreich gefördert werden kann, sagte Langanger. Mit neuen technologischen Möglichkeiten sei wahrscheinlich auch damit "noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht."

Langanger bekräftigte das Ziel, bis 2010 aus eigener Kraft 400.000 Fass boe pro Tag fördern zu wollen. Aktuell sind es 320.000 Fass boe. Weitere Produktionssteigerungen soll es unter anderem in Kasachstan, Neuseeland und Rumänien geben. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.8.2008)

Share if you care.