Israel: Ultra-Orthodoxe auf "Keuschheits-Streife"

26. August 2008, 11:59
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Sittenwächter wegen Verdachts auf Misshandlungen an Frau festgenommen, die durch "nicht mit Religion vereinbares Verhalten" aufgefallen war

Jerusalem - Die israelische Polizei hat in Jerusalem zwei Sittenwächter der sogenannten "Keuschheits-Streife" festgenommen. Die beiden ultra-orthodoxen Juden sollen eine Frau misshandelt haben, wie die Polizei am Montag mitteilte. Ein weiteres Mitglied der Gruppe wurde festgenommen, weil es ein Kleidungsgeschäft in einem ultra-orthodoxen Stadtviertel in Brand gesetzt haben soll.

Von NachbarInnen wegen unorthodoxem Verhalten angeschwärzt

Das 31-jährige Opfer, eine geschiedene Frau, sei seit Juni Angriffen der Sittenwächter ausgeliefert gewesen, nachdem sich NachbarInnen über das in ihren Augen nicht mit der Religion vereinbare Verhalten der Frau beschwert haben sollen. Nach Angaben der ErmittlerInnen fesselten die Täter die ebenfalls ultra-orthodoxe Frau, schlugen sie und drohten ihr mit Mord, sollte sie das Viertel nicht verlassen. Sie hätten ebenfalls ihr Mobiltelefon konfisziert, um die Spur der Männer zu verfolgen, mit der die Frau Kontakt pflegte.

Die Frau hatte nach ihrem Umzug aus dem Viertel Anzeige erstattet. Bereits in der letzten Woche war ein 29-Jähriger festgenommen worden, dem vorgeworfen wird, die Frau misshandelt und dafür etwa 1.300 Euro kassiert zu haben, wie die Zeitung "Jerusalem Post" berichtete.

Seit mehr als zehn Jahren patrouillieren Sittenwächter in Israel, vor allem in Vierteln mit ultra-orthodoxer Bevölkerung. (APA/AFP)

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