Anglikaner missen christliches Verständnis von Sexualität und Ehe

26. August 2008, 11:37
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Frauenweihe ist Päpstlichem Rat ein derartiger Dorn im Auge, dass er Anerkennung anglikanischer Weihen im Allgemeinen in Frage stellt

Rom - Der Päpstliche Rat für die Einheit der Christen betrachtet die Frauen-Bischofsweihe in einer wachsenden Zahl von anglikanischen Gliedkirchen als ein "großes Hindernis" aus katholischer Sicht, weil damit der Vatikan die Gültigkeit der anglikanischen Weihen nicht anerkennen könne. Das schreibt Donald Bolen, Experte für anglikanische Fragen in dem von Kurienkardinal Walter Kasper geleiteten Gremium, laut Kathpress in der Vatikanzeitung "L'Osservatore Romano".

"Rückbesinnung auf christliche Werte"

Die von der Lambeth-Konferenz der anglikanischen Weltgemeinschaft zuletzt befürworteten Moratorien über die Bischofsweihe von Homosexuellen und über die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare seien dagegen "ermutigende Zeichen". Zugleich wünsche sich der Vatikan eine Rückbesinnung der Anglikaner auf ein traditionelles christliches Verständnis von Sexualität und Ehe, so Bolen.

Kardinal Kasper hatte selbst von einem Wandel im Gespräch mit den Anglikanern gesprochen. Die jetzt auch in der "Church of England" mögliche Bischofsweihe von Frauen blockiere "substanziell und definitiv eine mögliche Anerkennung anglikanischer Weihen seitens der katholischen Kirche".

Übertritte

Die Einführung der Priester- und Bischofsweihe für Frauen bei den Anglikanern hatte zu einer gravierenden Entfremdung geführt. Zahlreiche Exponenten vor allem des hochkirchlichen konservativen Flügels der Anglikaner wie der Londoner Bischof Graham Leonard waren deswegen zum Katholizismus übergetreten.

Priesterin automatisch exkommuniziert

Der gegenwärtige anglikanische Primas Erzbischof Rowan Williams hatte Papst Benedikt XVI. im Vatikan besucht und eine Rücknahme der Frauenweihe ausgeschlossen. 2002 hatte sich die katholische Österreicherin Christine Mayr-Lumetzberger auf einem Donauschiff die "Priesterweihe" von dem selbst ernannten "Bischof" Romulo Braschi aus Argentinien spenden lassen, mittlerweile tritt sie selbst als "Bischöfin" auf und wurde automatisch exkommuniziert. Lumetzberger hatte im Fernsehen unter anderem erklärt, was ihr "vom Heiligen Geist gegeben" worden sei, könne ihr "ein Ratzinger nicht wegnehmen".

Exklusiv

Aus dem damaligen Präfekten der römischen Glaubenskongregation Kardinal Joseph Ratzinger wurde Papst Benedikt XVI. Nach Kanon 1024 des kirchlichen Gesetzbuches (CIC) kann die gültige Priesterweihe der katholischen Kirche nur ein getaufter Mann empfangen. (APA)

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