Drei Elefantenrunden im TV

26. August 2008, 11:34
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Puls 4 und ATV bringen die Diskussion der Spitzenkandidaten früher als der ORF - Zusage von Faymann steht noch aus - Zuseherfragen via Videos

Wer den heimischen Spitzenpolitikern schon immer gerne eine Frage stellen wollte, kann das ab sofort tun. Und zwar über ATV und die Internetplattform YouTube. Die besten und interessantesten Videos werden den Spitzenkandidaten bei der Live-Elefantenrunde "ATV Meine Wahl" am Sonntag den 21. September vorgespielt, die Politiker müssen darauf reagieren - dafür sollen die ATV-Moderatoren Sylvia Saringer und Meinrad Knapp sorgen.

"Wir werden einen Kontrapunkt zu der etablierten Wahlberichterstattung im ORF bilden", skizziert ATV-Senderchef Ludwig Bauer das Ansinnen. "Auch Privatsender wollen am innenpolitischen Geschehen in diesem Land teilhaben." Und das tut ATV derzeit mit dem "größten Aufwand, den der Sender bisher für eine Informationssendung betrieben hat", so Bauer.

Junge Seher im Fokus

Im Unterschied zu den in Österreich bekannten Wahl-Sendungen soll bei "ATV Meine Wahl" der Bürger im Mittelpunkt stehen - "er kann seine Anliegen selbst und direkt vorbringen", berichtet ATV-Nachrichtenchef Alexander Millecker. Hauptzielgruppe sind die jungen, internetaffinen Wähler. Sie können ihre Videofragen (maximal 30 Sekunden) direkt über die ATV-Homepage http://www.atv.at hochladen. "Ein solches Modell käme für den ORF schon auf Grund seiner eher älteren Zuseherstruktur nicht in Frage", meint Bauer.

Um aber auch das ältere Publikum nicht außen vor zu lassen, touren Saringer und Knapp in den nächsten vier Wochen durch Österreich. Auf der Straße oder in Einkaufszentren wollen sie mit der Kamera die Anliegen der Bevölkerung einfangen. Die erste Station soll am 6. September das Donauinselfest sein.

Faymann hat noch nicht zugesagt

"Wir wollen mit ATV auch im Informationsbereich ganz vorne mit dabei sein, und zwar mit einem innovativen Infoformat", so Bauer. Dafür gibt der ATV-Geschäftsführer auch seinen besten Sendeplatz, nämlich Sonntagabend, 20.15 Uhr. Die Quoten spielen dabei nach seinen Angaben eine eher untergeordnete Rolle. Stattfinden wird die Elefantenrunde am 21. September im Design Center in Linz. "Eine strategische Entscheidung", wie Bauer betont. Er will mit ATV künftig verstärkt in den Bundesländern präsent sein. Zusagen gibt es bisher von vier der fünf im Nationalrat vertretenen Parteien - mit Ausnahme von SPÖ-Spitzenkandidat Werner Faymann. Millecker geht aber davon aus, dass kein Kandidat die Chance verstreichen lassen wird, sich direkt mit den Jungwählern (erstmals dürfen heuer auch 16-Jährige zur Urne) auseinander zu setzen.

Ähnliches Format auf Puls 4

Mit dem gleichen Format klinkt sich auch PULS 4 in die Wahlauseinandersetzung ein. Der Privatsender lädt am 17. September um 20.15 Uhr die Spitzenkandidaten zu einer live TV-Konfrontation ein. In den letzten Tagen vor der Ausstrahlung können die Internet-User/innen via myvideo.at ihre Fragen an die Politiker stellen. Diese werden live in die Sendung eingespielt.

Fixe Zusagen für die "PULS 4 Wahlarena" kamen bereits von den Spitzenkandidaten der ÖVP Wilhelm Molterer, Alexander Van der Bellen von den Grünen, Jörg Haider vom BZÖ, Heinz Christian Strache von der FPÖ sowie vom Liberalen Forum Heide Schmidt. Markus Breitenecker, Geschäftsführer von PULS 4: "Leider haben wir vom Spitzenkandidaten der SPÖ, Werner Faymann bisher noch keine Bestätigung für den Termin bekommen, wir haben die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben".

Zusätzlich zeigt PULS 4 die Spitzenkandidaten auch in Einzelgesprächen mit Moderatoren, Journalisten und Politologen an insgesamt sechs Terminen in "Talk of Town Spezial - 20 Minuten, um zu überzeugen".

Im ORF ist die Elefanterunde am Donnerstag vor der Wahl (25. September) zu sehen. (APA/red)

  • Sylvia Saringer und Meinrad Knapp moderieren auf ATV.
    foto: atv

    Sylvia Saringer und Meinrad Knapp moderieren auf ATV.

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