MPC mit Gewinneinbruch

26. August 2008, 11:00
1 Posting

Die Beteiligung am Konkurrenten HCI Capital hat dem Fondsanbieter MPC Capital den Gewinn verhagelt

Hannover - Die Beteiligung am Konkurrenten HCI Capital hat dem Fondsanbieter MPC Capital den Gewinn verhagelt. Aufgrund hoher Abschreibungen auf Immobilienwerte bei HCI brach der Überschuss von MPC im ersten Halbjahr um 94 Prozent auf 1,2 Mio. Euro ein. Auch wegen Verzögerungen bei Fondsemissionen verdiente das Hamburger Unternehmen vor Zinsen und Steuern mit 5,1 Mio. Euro drei Viertel weniger als ein Jahr zuvor. Der Umsatz sank um 19 Prozent auf 76 Mio. Euro, wie MPC am Dienstag mitteilte.

Um die vor zwei Wochen gesenkten Ertragsziele zu erreichen, habe MPC jedoch "noch einen steilen Weg" vor sich, sagte Finanzvorstand Ulf Holländer der Nachrichtenagentur Reuters. Unter dem Strich peilt der Fondskonzern in diesem Jahr 38 bis 40 Mio. Euro Gewinn an - zuvor hatte MPC einen Überschuss von 50 Mio. Euro in Aussicht gestellt.

Im zweiten Halbjahr rechnet MPC nicht mit weiterem Ungemach durch die erst vor kurzem aufgebaute 40,8-prozentige Beteiligung an HCI. "Da schlummern keine potenziellen Abschreibungen mehr", sagte Holländer.

Zuversicht gibt Holländer, dass das operative Geschäft wieder Fahrt aufgenommen habe. Das platzierte Eigenkapital lag im Halbjahr mit 295 Mio. Euro zwar 35 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das sei aber vor allem den Problemen im ersten Quartal bei der Auflage von Fonds etwa für eine brasilianische Ölplattform und einen Solarpark in Spanien geschuldet. "Mittlerweile sind die verzögerten Projekte alle angelaufen", sagte der Finanzchef.

Die Finanzkrise habe Verunsicherung unter den Anlegern ausgelöst. Deshalb erwartet MPC 2008 ein leicht unter dem Vorjahr liegendes Marktvolumen für geschlossene Fonds. MPC selbst will das platzierte Eigenkapital allerdings auf 1,1 (2007: 1,06) Mrd. Euro steigern.

Im Kernsegment Schiffsfinanzierung blickt das Unternehmen trotz abkühlender Weltkonjunktur zuversichtlich in die Zukunft. "Um Treibstoff zu sparen, fahren Reedereien derzeit mit deutlich geringeren Geschwindigkeiten und haben größeren Bedarf an Schiffen", sagte Holländer. Die Schiffe werden von Anbietern wie MPC gekauft und dann an die Reedereien vermietet. (APA/Reuters)

Share if you care.