Windows Vista wird noch Erfolge feiern

26. August 2008, 11:14
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Analysten orten Parallelen zu Windows XP - Auch dieses Betriebssystem war unbeliebt und hat sich nun in die Herzen der AnwenderInnen geschoben

Die Beliebtheit von Windows Vista hält sich wahrlich in Grenzen - Microsofts aktuelles Betriebssystem avanciert zum geprügelten Hund in der Softwarebranche. Die AnwenderInnen schwören auf Windows XP - falls sie nicht auf Mac OS X oder Linux umgeschwenkt sind - und die Hersteller haben solange sie konnten weiterhin XP angeboten. Doch dieser Trend könnte sich bald ändern. Windows Vista wird seinen Höhepunkt noch haben, prognostizieren Analysten.

Parallelen zu Windows XP

In einem Artikel der Computerworld orten Gartner-Analysten sehr wohl noch ein Licht am Ende des Tunnels für Winsdows Vista. Das Beispiel Windows XP zeige was sich auf dem Gebiet der Betriebssysteme alles tun kann. Laut Analystenmeldungen entwickelte sich Windows XP noch langsamer als Windows Vista - 23 Monate nach dem Start war XP nur auf 6,6 Prozent aller Rechner in den USA und Kanada zu finden. Vista schaffte in 19 Monaten immerhin eine Verbreitung von 8,8 Prozent.

Aufschwung bis Jahresende

Bis Jahresende erwarten US-Analysten einen wahren Aufschwung von Windows Vista und eine rasante Verbreitung. 28 Prozent aller Rechner sollen dann auf Windows Vista laufen, so die Schätzungen.  XP erreichte über einen vergleichbaren Zeitraum bis zum Jahresende 2003 einen Marktanteil von 22 Prozent.

Erinnerungen können trügerisch sein

"Der Aufstieg von Windows XP war wesentlich langsamer als die AnwenderInnen die heute in Erinnerung haben", so Michael Cherry, Analyst bei Directions on Microsoft in Kirkland, Washington gegenüber der Computerworld. Die IT-Manager hatten zu Beginn auch Windows XP nur als reines Consumer-Produkt abgetan.

"XP bringt Unternehmen rein gar nichts"

Eine Umfrage der Computerworld im Jahr 2001 - kurz vor dem Start von Windows XP - ergab, dass mehr als 50 Prozent der befragten IT-Manager nicht auf XP umsteigen wollten. Weitere 25 Prozent waren unentschlossen. "Wir werden nicht auf XP umsteigen", meinte ein CIO in der Umfrage, "XP bietet keinen Wert für GeschäftskundInnen."Ein anderer IT-Manager wurde mit den Worten zitiert, dass der Umstieg auf XP "viel zu teuer" sei und "keinerlei relevanten Wert für das Business bringe".

Vergleichbar

"Vista ist in vielen Dingen durchaus mit der Situation von XP vergleichbar", so Michael Cherry. Die AnwenderInnen waren mit Windows 2000 sehr zufrieden, das weniger als zwei Jahre auf dem Buckel hatte, als Windows XP veröffentlicht wurde. "XP wurde als hocvhgehyptes Updates betrachtet, nicht als eigenes Betriebssystem", so Donnie Steward, CIO bei ACH Foods Inc. gegenüber der Computerworld.

Sicherheitsthemen

Damals standen die sicherheitsrelevanten Themen im Vordergrund. XP wird zwar jetzt als sicher wahrgenommen, 2002 sah dies aber ganz anders aus. Erst das Service Pack 1 brachte hier einen gewissen Schwung in den Markt. Für John Bowden, CIO bei Clearfield, war XP damals "einer massiven Kritik ausgesetzt": "Wir verglichen XP mit Schweizer Käse - überall Löcher." Das zweite Service Pack wiederum brachte viele Applikationen vor allem bei Unternehmen zum Absturz oder verhinderte deren richtige Ausführung.

Neue Herausforderungen

Auch wenn sich einige Themen zwischen Windows XP und Vista gleichen, so hat Vista doch auch neue Herausforderungen: so etwa die wachsende Verbreitung von Mac OS X und Linux, das Downgrading auf Windows XP und neue Technologien und Trends wie etwa Cloud Computing als das nächste große Ding. 2010 soll mit Windows 7 schon der Nachfolger an den Start gehen. Vor allem dieser Faktor dürfte Windows Vista schwer nachhängen. Tatsächlich wollen nun viele Unternehmen auf das neue OS warten.

Zu aufgeblasen

Für viele ExpertInnen leidet Windows unter seiner eigenen Größe und präsentiert sich als zu aufgeblasen. Nichtsdestotrotz rechnen die AnalystInnen mit einem baldigen Boom von Vista. Und wer weiß, vielleicht wird man bei Windows 7 dann schon auf den Geschmack gekommen sein und sich ein Leben ohne Vista nicht mehr vorstellen können. Gartner erwartet das Ende 2009 fast 50 Prozent aller Rechner weltweit auf Vista laufen werden - ob dies wohl wirklich eintrifft, wird man wohl erst in einem Jahr wissen.(red)

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    Windows leidet unter seiner Größe, meinen KritikerInnen. Analysten orten Parallelen zu Windows XP Und erwarten, dass Vista noch kommen wird.

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