London und Washington starten diplomatische Offensive

22. Februar 2003, 16:37
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Powell schlägt Treffen zwischen USA und EU-Ländern vor

New York/Elmendorf/Los Angeles - Die USA und Großbritannien haben eine diplomatische Offensive gestartet, um die zögernden Mitglieder des UNO-Sicherheitsrat von der Notwendigkeit einer neuen, scharfen Irak-Resolution zu überzeugen.

US-Präsident George W. Bush, sein Vize Dick Cheney und hochrangige Regierungsvertreter würden in den kommenden Tagen Kontakt zu allen Staats- oder Regierungschefs der fünfzehn Mitgliedsstaaten aufnehmen, sagte Präsidentensprecher Ari Fleischer am Freitag in Washington. US-Außenminister Colin Powell sagte während eines Flugs nach Asien, er habe mit den Außenamtschefs der Mitgliedsstaaten Mexiko, Chile und Bulgarien telefoniert.

Noch kein Resolutionsentwurf

Der britische UNO-Botschafter Jeremy Greenstock traf sich am Freitag in New York mit Vertretern aller zehn nicht-ständigen Mitglieder des UNO-Gremiums, wie aus dem Umfeld Greenstocks verlautete. Der britische Diplomat habe bei den Treffen noch keinen Resolutionsentwurf vorgelegt.

Der französische UNO-Botschafter Jean-Marc de La Sablière ging nach eigener Aussage nicht davon aus, dass die von London und Washington angestrebte Resolution im Sicherheitsrat "derzeit" auf die nötigen neun Stimmen käme.

Diskussion über Bericht zieht sich hin

Diplomaten am UNO-Hauptquartier in New York gingen am Freitag davon aus, dass sich die Diskussion über den für kommende Woche erwarteten Resolutionsbericht bis Anfang März hinziehen werde.

Es werde erst nach dem für 28. Februar geplanten Bericht von Chefinspektor Hans Blix zu konkreten Beschlüssen kommen. Guinea, das am 1. März turnusgemäß den Sicherheitsratsvorsitz von Deutschland übernimmt, hat bisher nur eine provisorische Terminplanung für den Monat vorgelegt.

Powell schlägt Treffen zwischen USA und EU-Ländern zu Irak-Krise vor

Weiter schlägt die USA ein treffen mit den EU-Ländern vor, wie US-Außenminister Colin Powell am Freitag auf dem Luftwaffenstützpunkt Elmendorf im Bundesstaat Alaska verlautete.

Er habe bereits mit dem griechischen Außenminister und derzeitigen EU-Ratsvorsitzenden Georgios Papandreou telefoniert und ihm dabei gesagt, dass die USA an einer zweiten Irak-Resolution arbeiteten, die in der kommenden Woche im UNO-Sicherheitsrat eingebracht werden solle. (APA/AFP)

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