"Österreich - ein Problem für US-Truppentransporte"

22. Februar 2003, 11:13
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Präsident der Parlamentarischen Versammlung der NATO: US-Militärflüge über Österreich bestärkten zum Truppenabzug aus Deutschland

Wien - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" nennt der Präsident der Parlamentarischen Versammlung der NATO, der republikanische US-Kongress-Abgeordnete Doug Bereuter, Österreich ein "Problem" beim Transport von amerikanischen Truppen quer durch Europa. Dass Österreich wegen seiner Neutralität die Durchfahrt oder den Überflug für US-Militärs verbiete, habe Planungen, amerikanische Truppen aus Deutschland abzuziehen, bestärkt.

"Österreich stellt hier natürlich ein Problem dar. Auch das spielt bei den Überlegungen mit, unsere Truppen anderswo zu stationieren, etwa in der Nähe einer Küste", erklärte der Republikaner, der seit drei Monaten auch der Parlamentarier-Versammlung der NATO vorsteht.

Verlegung

Mit Bestrafung der deutschen Regierung von Bundeskanzler Gerhard Schröder wegen der ablehnenden Haltung zu einem Krieg im Irak habe der mögliche Abzug amerikanischer Truppen aus Deutschland nichts zu tun. "Unser Verteidigungsministerium hat schon früher festgestellt, dass unsere Einheiten in Deutschland nicht mehr der aktuellen Bedrohungslage entsprechen", so Bereuter gegenüber "profil". "Daher wird eine Verlegung überlegt in Regionen, wo sie besser und schneller einsatzbereit sind."

Bereuter beklagt die transatlantische Kluft wegen eines möglichen Militärschlags gegen den Irak. "Für die NATO ist ein immenser Schaden dadurch entstanden, dass manche europäische Partner einen Militärschlag gegen den Irak prinzipiell ablehnen. Es ist bestürzend, dass Saddam Hussein die Allianz so spalten konnte. Das hat nicht einmal die Sowjetunion in Jahrzehnten geschafft."

Verstoß gege UNO-Resolution 1441

Die Europäer sollten beachten, dass Saddam Hussein bereits gegen 16 UNO-Resolutionen verstoßen habe. "Er ist gerade dabei, auch gegen die UNO-Resolution 1441 zu verstoßen." Bereuter kritisiert im "profil"-Interview auch die UNO wegen der Vetodrohungen im Sicherheitsrat. "Die UNO läuft Gefahr, unbedeutend zu werden. Sie erinnert leider immer mehr an den machtlosen Völkerbund." (APA)

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