Lichtenegger und Hütthaler widersetzten sich Sperre

25. August 2008, 20:38
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Der ehemaliger Hürdensprinter und die Triathletin starteten trotz Suspendierung wegen Dopings bei Halbmarathon - Informationen von ÖLV an NADA weitergeleitet

Der ehemalige Hürdensprinter Elmar Lichtenegger und die Triathletin Lisa Hütthaler haben am Sonntag am "Kärnten-Läuft"-Halbmarathon am Wörthersee teilgenommen. Gegen beide österreichische Sportler laufen Dopingverfahren. Da es sich um eine offizielle Veranstaltung des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes gehandelt hat, meldete ÖLV-Generalsekretär Roland Gusenbauer den Sachverhalt an die Nationale Anti Doping Agentur (NADA).

"Sie wurden bei einer ÖLV-Veranstaltung gesichtet. Ohne Startnummer und Chip. Die NADA möge beurteilen, ob das geht oder nicht. Wir melden es, weil wir keine Vorwürfe wollen, es ist unser Hoheitsgebiet. Uns ist wurscht, wie viele Kilometer, mit oder ohne Startnummer", sagte Gusenbauer. NADA-Austria-Geschäftsführer Andreas Schwab hat die Angelegenheit am Dienstag von Veranstalter Michael Kummerer geschildert bekommen, laut seinem ersten Eindruck ist es "viel heiße Luft und keine tragische Sache".

Keine Startnummer, keinen Chip

"Hütthaler war nicht angemeldet, hatte keine Startnummer und keinen Chip. Vielleicht ist sie so mitgelaufen. Lichtenegger hatte sich angemeldet und wurde darauf aufmerksam gemacht, dass er dies nicht darf. Er hatte keine Startnummer und keinen Chip und ist einige Kilometer gelaufen, das ist kein großes Problem", sagte Schwab und fügte an. "Es wird aber noch disziplinarrechtlich betrachtet von der Rechtskommission." Die NADA habe Kummerer um eine schriftliche Sachverhaltsdarstellung gebeten.

Schwab meinte, dass man als Veranstalter nicht viele Möglichkeiten habe, die Teilnahme einer Person ohne Startnummer und Chip an einem Lauf zu verhindern. Dies will auch Kummerer festhalten: "Wir haben perfekt gearbeitet, korrekt und sauber. Auf Hütthaler möchte ich überhaupt nicht so eingehen, sie war für uns nicht sicht- oder erkennbar. Es ist für uns absolut unmöglich, zu verhindern, dass einer läuft, der nicht angemeldet ist. Das ist kein Hochsicherheitstrakt. Alles was wir tun können, ist entscheiden, dass wir jemanden keine Startnummer und keinen Chip geben."

"Nie mehr wieder"

Und dies sei bei Lichtenegger der Fall gewesen: "Er hat sich angemeldet, wir haben das gesehen und ihm mitgeteilt, dass es nicht geht, dass er läuft, weil es ein schwebendes Verfahren gibt." Der Veranstalter habe ihn rausgenommen, dass der frühere Leichtathlet dann mit Martin Kobau (Anm. ehemaliger Ruderer) gelaufen sei, könne man nicht beeinflussen unter 5.000 Läufern. Und dass der Name Lichtenegger noch in der Startliste stand, führt Kummerer auf einen Fehler bei der Zeitnehmung Pentek-Timing und auch bei der Startnummernausgabe zurück. Es wurde vergessen, die Änderung auf einen anderen Namen vorzunehmen. Zur "Kleinen Zeitung" meinte der erschöpfte 110-m-Hürden-Läufer im Zielgelände übrigens: "Nie mehr wieder".

"Wir haben als eine von wenigen Lauf-Veranstaltungen in Österreich klare Richtlinien bzw. Wettkampfregeln für die Teilnahme von internationalen Top-Athleten und ÖLV-Kaderathleten aufgestellt und auf unserer Homepage veröffentlicht. Wir wollen ein klares Zeichen in Richtung Qualität bei Laufveranstaltungen setzen. Dieses Ziel wird gemeinsam mit den größten Laufveranstaltern Österreichs verfolgt und entsprechend gelebt", stellte der Veranstalter von "Kärnten läuft" klar.

Aufregung um Pumper

Aufregung gibt es auch um die geplante Teilnahme von Susanne Pumper an dem von ihr mitveranstalteten Allergielauf der Österreichischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (ÖGAI) am 7. September in Wien. Die 37-Jährige ist wegen positiver EPO-Dopingtests vom ÖLV suspendiert, da es sich aber um keine ÖLV-Veranstaltung handelt, kann man ihren Start nicht verhindern. Allerdings den anderer ÖLV-Athleten verbieten. "Wir teilen den Athleten mit, dass sie nicht antreten dürfen, da ihnen sonst Sanktionen drohen. Das ist auch durch den Weltverband so geregelt", erklärte Gusenbauer.

Prinzipiell wolle der ÖLV nicht zuschauen, dass sich "in der Laufszene eine Parallelwelt bildet. Wir wollen das verhindern. Läufe beim ÖLV nicht mehr anzumelden und dann gedopte Zugpferde einsetzen - so kann es nicht gehen. Dann braucht man den ÖLV nicht mehr. Und warum macht man dann Sportgesetze?" Schwab meinte zum geplanten Pumper-Lauf: "Es ist ihre Sache. Wir spielen nicht Veranstaltungspolizei." (APA)

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