Mülltrennung soll Haushalten Cash bringen

25. August 2008, 18:58
9 Postings

Müllverwerter Recoplast zieht in Italien eine Franchise-Kette mit Müllläden auf

Mailand - "Komm in unser Geschäft, wir kaufen dir den Müll ab." Mit diesem Slogan wirbt die Müllverwertung Recoplast Srl für ihr erstes Müllgeschäft Ecopunto Recoplast in Moncalieri nächst Turin. Ab September können Kunden dort ihren Hausmüll zum Verkauf anbieten - sofern es sich um getrennten Abfall handelt.

Für ein Kilo Aluminium bekommt man 50 Cent, für Eisen 20, für Pet-Flaschen 18 und pro Kilo Altpapier zwei Cent.

"Es handelt sich auch um eine Reaktion auf die Preishausse an den Rohstoffmärkten", meint Umweltforscher Niels Schulz vom britischen Imperial College über die Initiative, die auf die Umweltverwertungsgesellschaft Recoplast zurückgeht, die den im Laden erworbenen Hausmüll verwertet.

Im Oktober werden zwei weitere Müllläden in den Provinzen San Gilio und Santena eröffnet. Im November bekommt die süditalienische Hafenstadt Messina ihr eigenes Müllgeschäft. Bis 2009 sollen es 50 sein. 8000 Gemeinden haben bereits ihr Interesse angemeldet.

"Wir definieren noch den Geschäftsplan für das Franchising-System, wir wollen die Läden den Betreibern schlüsselfertig übergeben", präzisiert Recoplast-Berater Roberto Gravinese. Zu den Bedingungen zählt, dass die Gemeinde mindesten 2500 Müllkunden oder Haushalte zählt. Den Gewinn pro Filiale erwartet man zwischen 2000 bis 2500 Euro pro Monat. (Thesy Kness-Bastaroli, Mailand, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.8.2008)

Share if you care.