Gemeindebau-Waschküchen werden zum Hochsicherheitstrakt

25. August 2008, 15:47
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Computersystem reguliert Zutritt über Zentralrechner - Missbräuchliche Nutzung soll vermieden und die Energiekosten-Abrechnung transparenter werden

Wien  - Die rund 5.800 Waschküchen in den 2.000 Wiener Gemeindebauten sollen zum Hochsicherheitstrakt umgebaut werden. Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) präsentierte am Montag ein neues Sicherheitssystem mit Namen "naTÜRlich sicher", mit dem der Zugang zu den Waschkammern über einen Zentralrechner gewährt oder verweigert wird. So solle "missbräuchliche Nutzung" vermieden und die Energiekosten-Abrechnung transparenter werden.

Mieter erhalten einen Chip, der an eine Kontrolleinheit gehalten werden muss. Via UMTS-Verbindung nimmt die Zutrittskontrolleinheit mit dem Zentralrechner Kontakt auf, der die Waschpläne aller Gemeindebauten gespeichert hat. Dieser klärt, ob der Betreffende einen Waschtermin gebucht hat und gewährt ausschließlich während dieses reservierten Zeitraums Einlass.

Münzzähler unwirtschaftlich

Der Versuch, bei jedem der 20.511 Waschmaschinen und Wäschetrocknern in den Gemeindebauten einen Münzzähler anzubringen, habe sich als unwirtschaftlich und teuer erwiesen, so Ludwig. Deshalb habe eine Tochterfirma von "Wiener Wohnen" das elektronische System entwickelt, das nun bis 2010 in allen 1.250 von "Wiener Wohnen Hausbetreuung" beaufsichtigten Waschküchen installiert wird, kündigte Ludwig an. Alle restlichen werden nach nach Zustimmung der Hausbesorgervertretung umgerüstet.

Die Wiener FPÖ hatte in der Vergangenheit wiederholt beklagt, dass vor allem Ausländer die Waschküchen missbräuchlich verwenden würden. "Nach Abschaffung der Waschmarken war der Missbrauch vor allem vonseiten der Neo-Österreicher zulasten der Betriebskosten aller Mieter eher die Regel als die Ausnahme", hatte FP-Gemeinderätin Henriette Frank noch im April in einer Aussendung geklagt. (APA)

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