Spannung vor Dax-Zusammensetzung

25. August 2008, 14:48
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Jährliche Überprüfung am 3. September - Möglicherweise zwei Wechsel

Frankfurt - An der Börse in Frankfurt am Main wird es diese Woche spannend. Die Kursentwicklung zum Wochenschluss entscheidet darüber, welche Unternehmen aus dem Deutschen Aktienindex DAX absteigen und welche in die höchste Liga aufrücken. Als ziemlich sicher gilt das Ausscheiden des Reise- und Schifffahrtskonzerns TUI und die Aufnahme des Düngerherstellers K+S. Aber es könnte noch andere treffen.

Über die Mitgliedschaft im DAX entscheidet der Vorstand der Deutsche Börse AG auf Empfehlung des Arbeitskreises Aktienindizes. In ihm sind neben der Deutschen Börse elf Banken vertreten. Einmal jährlich, im September, wird die Zusammensetzung des wichtigsten Börsenbarometers überprüft; Korrekturen an der Mitgliedschaft können bei starken Veränderungen aber jedes Vierteljahr vorgenommen werden.

Die nächste Sitzung des Gremiums ist am 3. September. Die Entscheidungen über die neue Zusammensetzung des DAX werden zum 22. September wirksam.

Prestige

Die Aufnahme in den DAX oder der Verlust des Status als eines der 30 wichtigsten Unternehmen in Deutschland ist nicht nur eine Prestigesache. Viele Fonds kaufen Aktien lediglich aufgrund der Tatsache, dass der Wert im DAX ist. Und die Zahl neuer Finanzprodukte wie Indexfonds und ähnlichen Derivaten, die sich auf den DAX und andere Indizes beziehen, nimmt ständig zu. Für die Unternehmen bedeutet die Aufnahme in den DAX mehr Aufmerksamkeit bei den Käufern und damit möglicherweise steigende Kurse.

Die Zusammensetzung des Leitindexes orientiert sich an der Marktkapitalisierung des Streubesitzes eines Unternehmens, das heißt seinem Wert zum aktuellen Börsenkurs, sowie am Börsenumsatz. Für Auf- und Abstieg gelten feste Regeln: Unternehmen müssen den DAX verlassen, wenn sie bei einem der beiden Kriterien unter Rang 40 sinken. Zugleich müssen Aufstiegskandidaten vorhanden sein, die in beiden Ranglisten mindestens Platz 35 einnehmen.

Prinzipiell hat eine Firma Anspruch auf Aufnahme in den DAX, wenn sie in beiden Kriterien Rang 30 oder besser aufweist und ein DAX-Konzern in einer der Messgrößen schlechter als Platz 35 liegt. Die Ranglisten werden jeweils zum letzten Tag jedes Monats errechnet.

K+S gilt als Fixstarter

In der aktuellen Runde der DAX-Besetzung gilt die Aufnahme von K+S als praktisch gesichert, wie das "Handelsblatt" schreibt. Ende Juli stand das Unternehmen, dessen Gewinne derzeit wegen der weltweit hohen Nachfrage nach Düngemitteln geradezu explodieren, auf Rang 18 in der Marktkapitalisierung und auf Platz 21 beim Börsenumsatz. Ebenso klar scheint der Ausschluss von TUI, die Ende Juli auf Rang 44 beim Börsenwert lagen.

Enger ist es beim Stahlkonzern Salzgitter und beim Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate. Salzgitter, bisher wie K+S im MDAX gelistet, lag Ende Juli auf Platz 28 in beiden Kriterien, Hypo Real Estate dagegen auf Platz 36 nach Marktkapitalisierung. Der Aktienkurs und damit der Wert von Salzgitter ging in den vergangenen Wochen jedoch deutlich nach unten. Setzt sich das fort, könnte der Konzern unter Rang 30 rutschen. Hypo Real Estate bliebe dann im DAX. (APA/AP)

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