Zu viert in den Blutbergen

Pumhösl, 25. August 2008, 14:29
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    foto: dtp

    Amazonen und Kampfzwerge in Drakensang

Rollenspiel "Drakensang": Erfolgreich auf alten Wegen

Es war einmal das Rollenspiel. Das Zusammenspiel von Würfel, Regelwerk und Fantasie ließ geduldige Menschen in zumeist Tolkien-geprägten Mittelaltervorstellungen Abenteuer erlebten. "Das Schwarze Auge" hieß das entsprechende Produkt, das 1984 den Markt im deutschsprachigen Raum eroberte. Nun wurde es mit Drakensang (Radon Labs/dtp, ab 12 Jahren, ca. 50 €) zum vierten Mal am PC wiedererweckt.

Von Dungeon zu Space

Fantasie geleitet von Regelwerk und Würfelentscheidungen, das erschien der Welt der Computerspiele schon in den 70er-Jahren als sympathisches Konzept. Viele der digitalen Umsetzungen bevorzugten aber Action statt ausgefeilter Storys und komplexen Charakteraufbau: Hack-&-Slay-Spiele benötigen weniger Geduld und Kalkül, dafür schnelle Finger zum Monstertöten. "Diablo", dessen dritter Teil heiß erwartet wird, lässt grüßen. Der aktuelle Titel "Space Siege", Nachfahre der "Dungeon Siege"-Reihe, zelebriert Dauerkampf in einer Science-Fiction-Welt, die nur noch mit wenigen verwässerten Rollenspielelementen gewürzt ist. "Mass Effect" war im letzten Jahr mit kombiniertem Action- und Rollenspiel, annehmbarer Story und dichter Atmosphäre besonders erfolgreich. Die Komplexität konventioneller Pen-&-Paper-Welten wurde am Computer aber zum Nischenprodukt.

Authentisch

Mit "Drakensang" wird wieder ein Gegenpol zum actionverwässerten Genre gesetzt. Zwölf Jahre nach dem letzten Teil der Nordland-Trilogie ("Schatten über Riva") erstrahlt damit das traditionsreiche "Schwarze Auge" und dessen Regelwerk wieder recht authentisch am PC. Aventurien spiegelt als atmosphärische und detailverliebte Mittelalter-Fantasywelt in 3D all jene Gemeinplätze, die einmal typisch für Rollenspiele waren: Man kämpft als Krieger oder Magier gegen Wölfe, Orks und Drachen, trifft Figuren mit märchenhaft sprechenden Namen (Jäger Kauzenstein, Kröte Allwiss) an entsprechenden Orten (Dunkelwald, Blutberge). Man stellt eine Gruppe von vier Kampfgefährten mit verschiedenen Fähigkeiten und Ausrüstungen zusammen, um entlang einem recht präsenten Handlungsstrang (geheimnisvolle Mordserie aufklären) Aufgaben zu erfüllen (Bär erlegen, verirrten Magier finden, Feuerfliegenfleisch holen).

Punkte mit Betören und Etikette

Die Charakterentwicklung funktioniert noch durch manuelles, möglichst planvolles Zuteilen der Erfahrungspunkte, wobei nicht nur Kampffähigkeiten zählen: Man kann Talente wie "Betören" und "Etikette" schulen und muss sie auch gezielt einsetzen. Ein Expertenmodus intensiviert die Beschäftigung mit den Zahlen, die den Charakter bestimmen. Kämpfe, die per Spacetaste unterbrochen werden können, um die Kampfgenossen neu auszurichten, entwickeln sich zu taktischen Herausforderungen.

Eine besondere Hürde für verwöhnte Mainstream-Gamer mag sein, dass nur wenige Dialoge vorgelesen werden. Das unzeitgemäße Lesen verleiht dem Spiel aber die Aura der guten alten Rollenspielzeit noch intensiver. (Alois Pumhösel/ DER STANDARD Printausgabe, 23. august 2008)

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16 Postings
U-Bahn Steuer
00
5.10.2008, 21:20

fertig!

wirklich ein ordentliches stück rollenspiel, alles in allem

aber ein wenig zu steril (wie schon unten beschrieben)

warum man die wenigen schauplätze an die man ohnehin kommt nicht ein wenig genauer untersuchen kann ist mir ein rätsel - und ein paar mehr quests wären auch nicht falsch gewesen

und der schluss kommt auch ein bisschen plötzlich

aber trotzdem sehr sehr hübsch bei viel zu wenig dichte und viel zu kurzer spieldauer (nach meinem geschmack)

Ricci9000
00
18.9.2008, 12:56
Ganz recht & schön, aber

Ich finde das Spiel ganz gut gelungen, aber einige Details beim Charaktergestalten find ich ein bissle oberflächlich.
Die Rätsel sind nicht sehr tiefgründig (bis jetzt bin bei den Zwergen) und manchmal fehlen Gesprächsoptionen, da hat man nicht das Gefühl man könne etwas falsch machen.
Die Fallen sind im prinzip öde und müsst man prinzipiell nicht entschärfen.

EmG3
00
15.9.2008, 08:05
Fehlende Sprachausgabe...

is eher nervend als kultig.
Weiters dachte ich, dass die Figuren in AoC schon am schleichen sind (trotz Laufen-Modus), aber hier geht es ja nurnoch "lässig" zur Sache.

Klar erhöht das die Spielzeit, is aber auf Dauer etwas ermüdend.

1140
 
10
10.9.2008, 21:55
mir gefällt das spiel nicht. story und grafik 1A, aber wie man spielt (fast WoW artig) gefällt mir einfach nicht

Mathias
 
01
28.8.2008, 11:18
Zwölf Jahre nach dem letzten Teil der Nordland-Trilogie ("Schatten über Riva")

Wow.. schon 12 Jahre um? Wie schnell doch die Zeit vergeht .. Schatten über Riva ist auch heute noch zu empfehlen ;-)

Leonardo Basil
05
26.8.2008, 10:43
Endlich wieder ein Spiel das man auf deutsch spielen kann!

Ich bin garantiert kein "Antianglikanist" und sehe praktisch alle Filme im O-Ton genauso wie die meisten Spiele. Aber gute deutsche Spiele sind einfach viel stimmiger wenn sie wirklich auf Deutsch gemacht wurden. WoW ist auf Deutsch ja leider unspielbar. Übersetzungen funktionieren leider einfach nicht, weil die Übersetzer sich nicht so in die Spiele hinein leben wie die Designer selbst. [ich behaupte mal, ich weiß wovon ich rede]
Aber DSA waren auf deutsch immer schon einmalig und stimmig :)

EmG3
00
15.9.2008, 10:05
Also schlechte Übersetzungen können ein Spiel gewaltig aufpeppen...

Ich denke da nur an D2 und "Baumkopf Holzfaust"... wobei das noch der unlustigste Name war ;)

one single voice
01
26.8.2008, 08:47

das spiel ist einfach nur urgeil

Grashalm
01
26.8.2008, 01:13

Seit langem wieder mal ein Rollenspiel das mich mitreisst. Meine Empfehlung!

Sticklersberger Raus
11
25.8.2008, 16:16
Es fehlt das gewisse etwas

ich weiß nicht was es ist, aber mir fehlt etwas am neuen drakensang. irgendwie war die atmosphere in den alten teilen einfach einzigartig wärend im neuen alles schön strahlt... etwas zu schön.

und man muss dazusagen, dass die steuerung in drakensang ein graus ist.

Gendo
10
10.9.2008, 15:13

Es sind auch Kleinigkeiten die nicht passen (die wohl dem normalen PC Spieler nicht auffallen, aber jeden der die DSA Welt nur ein wenig kennt zumindest ärgert) aber die Welt etwas Lebendiger gemacht hätten. Da hat wohl die Liebe zum Detail gefehlt.

Duskson 81
 
01
26.8.2008, 17:44

Naja.. jetzt mal ehrlich.. Drakensang kann man von der Grafik her nicht mit der NLT vergleichen..
Zwischen der Grafik liegen Lichtjahre. Vom Sound genauso.

Ich persönlich find die Atmo bisher ganz gut getroffen. Aber das ist sicher Geschmacksache. Aber "schön" strahlen tut wirklich nicht viel. also Moorbrück (glaub so heißts?) ist schon schöön düster. Allerdings spiel ichs auch auf den niedrigsten Grafik einstellungen (und bin trotzdem recht begeistert von der Grafik bis auf die texturenlöcher die bei einigen NPC vorkommen, mag aber an meiner alten GraKa liegen).

Die Steuerung ist sehr gewöhnungsbedürftig da hast du recht.. die Maus verwend ich gar nicht mehr.. sondern steuer hauptsächlich mit der Tastatur (ausser in Kämpfen).

-lt-
02
25.8.2008, 14:50

heißen die nicht blutzinnen?

Selbst Findung
03
26.8.2008, 08:31

BlutzInnen bitteschon, wir sind hier bei destandard.at ;-)

Toghar
 
00
25.8.2008, 23:34

Ja eigentlich heissen die blutzinnen hab grad auf der aventurienkarte nachgesehn

Jürgen Mayer
00
25.8.2008, 15:02

Es heißt im ersten Satz zumindest "erleben" ;-)

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