Haiders neuer blauer Fang: Martina Schenk

25. August 2008, 16:22
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FP-Bundesgeschäfts- führerin Martina Schenk geht zum BZÖ - Wegen "ungerechter Behandlung" in der FPÖ habe sie sich jetzt für Haider entschieden

Der Personalwechsel von FPÖ Mitgliedern zum BZÖ geht weiter: Nach dem FP-Abgeordneten Ewald Stadler ist es diesmal die ehemalige Bundesgeschäftsführerin der Freiheitlichen, Martina Schenk, die mitten im Wahlkampf ihre Partei verlässt und zum BZÖ wechselt. Erst vor wenigen Tagen hat Haider zu seiner "alten Parteifreundin" am Telefon gesagt: "Martina, irgendwann ist es Zeit, nachzudenken, ob du in der FPÖ richtig beheimatet bist." Offenbar musste Schenk nicht lange nachdenken, um zu wissen, wo ihre politische Heimat liegt - und wechselte prompt zum BZÖ.

"Haider hat Visionen"

Dass Schenk sich nicht schon 2005, als sich das BZÖ von der FPÖ abgespaltete, von den Freiheitlichen getrennt hat, begründet sie folgendermaßen: Erst in den vergangenen drei Jahren habe es Entwicklungen in der FPÖ gegeben, die sie veranlassten, bei den Nationalratswahlen für das BZÖ zu kandidieren. Laut Schenk hat sie in BZÖ-Spitzenkandidat Haider jemanden gefunden, der "Visionen und Ideen" hat. "Jörg ist einer, der voraus denkt - das war in der FPÖ nicht mehr der Fall, seit dem du weg bist", meint Schenk mit einem Blick auf ihren neuen und alten Parteifreund.

Welche "unerfreulichen Vorfälle in der FPÖ" sie konkret dazu veranlasst haben, zum BZÖ zu wechseln, darüber will sich Schenk jedoch nicht äußern. Sie hat lediglich erkannt, dass in der "jetzigen FPÖ-Führung Reden und Handeln weit auseinander liegen". Besonders gestört habe sie, dass bei zwei Bundesgeschäftsführern, die die gleiche Arbeit leisten, die Frau schlechter entlohnt wird. Schenk wehrt sich aber gegen Mutmaßungen, sie hätte wegen des Gehalts die Partei gewechselt. In ihrer neuen Partei will sie jetzt eine wichtige Rolle im Team von BZÖ-Familiensprecherin Ursula Hauber übernehmen.

Haider: Nach der Wahl neue BZÖ-Mitglieder

Auch Haider freut sich, dass er seine alte Parteifreundin zu sich holen konnte. Mit einem Seitenhieb auf FPÖ-Chef Strache meint Haider, dass er an Schenk besonders geschätzt hat, dass sie ihm - obwohl sie lange Zeit bei verschiedenen Parteien waren - niemals das "Du" verweigert hätte. Dass Schenk nicht das letzte FP-Mitglied ist, das zum BZÖ wechseln wird, davon ist Haider überzeugt. Besonders nach seiner TV-Konfrontation mit FP-Chef Strache vergangenen Freitag habe er mit vielen alten Parteifreunden gesprochen, die erkannt hätten, dass im BZÖ „Projekte besser realisiert werden". Erneutes Sesselrücken soll es aber laut Haider erst wieder nach der Wahl geben.

Schenk fix im Parlament

Schenk soll einen der ersten fünf Plätze auf der bundesweiten Liste bekommen; welcher genau das sein soll, will Haider jedoch erst verraten, wenn er die Liste Anfang September fertig gestellt hat. Für den BZÖ-Spitzenkandidaten steht jedoch fest, dass ihm Schenk auch nach dem 28. September "nicht abhanden kommen wird". Er sieht sie im organisatorischen Bereich des BZÖ und auch im Parlament soll sein neues Parteimitglied vertreten sein, damit "sie ihre ehemaligen Parteikollegen täglich im Parlament erdulden müssen". (mapo/ derStandard.at, 25.8.2008)

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    Foto: AP/ Ronald Zak

    Haider ist hocherfreut, dass er seine alte Parteifreundin Martina Schenk für sich gewinnen konnte. Die ehemalige FP-Bundesgeschäftsführerin soll das BZÖ besonders im organisatorischen und im familienpolitischen Bereich verstärken.

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