Ethik in der Schule: Bioethikkommission geht in die Klassen

26. August 2008, 09:34
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Mitglieder des Gremiums und Wissenschafter diskutieren mit Schülern der AHS-Oberstufe - Projekt startet im Herbst

Wien - Angesichts des geringen Wissensstandes der Bevölkerung über bioethische Fragen und den wissenschaftlichen Hintergrund dazu will die Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt verstärkt die Öffentlichkeit informieren. Im Herbst startet ein Projekt, in dem Mitglieder des Gremiums gemeinsam mit Naturwissenschaftern in Schulen gehen und mit den Schülern verschiedene umstrittene Themen wie Organtransplantation, In-Vitro-Fertilisation, Gentests, Stammzellen und Klonen, etc. diskutieren, erklärte die Vorsitzende der Bioethikkommission, Christiane Druml.

Ihr Sohn habe sie auf diese Idee gebracht, der meinte, warum es so etwas wie die Zeitzeugen im Geschichtsunterricht nicht auch für das Thema Bioethik gebe. Gemeinsam mit dem Unterrichtsministerium und interessierten Lehrern habe man daraufhin ein Projekt entwickelt, das im kommenden Schuljahr starten soll. Im Oktober findet dazu ein zweitägiges Einschulungs-Seminar für Lehrer statt.

Auch Betreuung von Fachbereichsarbeiten

Auf Einladung der Schulen und nach Vorbereitung der Schüler durch den betreffenden Lehrer sollen dann einzelne Mitglieder der Bioethikkommission gemeinsam mit einem Naturwissenschafter in 7. und 8. Klassen der AHS gehen und Fragen der Schüler beantworten und mit ihnen diskutieren. Zudem würden Kommissionsmitglieder - im Rahmen ihrer Kapazitäten - auch die Betreuung von Fachbereichsarbeiten übernehmen.

Motivation sei der erschreckend geringe Wissensstand in der Bevölkerung, sagte Druml. Sie verweist etwa auf eine im Frühjahr veröffentlichte europaweite Studie über den Wissensstand und die Akzeptanz der Forschung mit Embryonalen Stammzellen. Dabei gaben 41,8 Prozent der Österreicher an, in der vergangenen Zeit Informationen zum Thema Embryonale Stammzellen erhalten zu haben - europaweit der niedrigste Wert. (APA)

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