Armee startet groß angelegte Anti-Terror-Operation

25. August 2008, 10:23
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Mindestens 60 Verdächtige bei mehreren Razzien erschossen - Bei Anschlägen vergangene Woche sterben 60 Menschen

Algier - Nach den jüngsten blutigen Terroranschlägen in Algerien sind die Streitkräfte massiv gegen mutmaßliche Extremisten vorgegangen. Bei den Razzien wurden nach Angaben der Behörden des nordafrikanischen Landes mindestens 60 Verdächtige erschossen, zuletzt waren es zehn bei einer Schießerei am Sonntag nahe der im Westen gelegenen Ortschaft Tarek Ibn Ziad. Die Terrorfahnder hätten etwa ein Dutzend Schusswaffen sowie Granatenwerfer beschlagnahmt, teilte das Innenministerium in Algier mit.

60 Tote bei Anschlägen vergangener Woche

Dienstag und Mittwoch vergangener Woche wurden bei Anschlägen auf Polizeirekruten, einen Militärstützpunkt und ein Hotel sechzig Menschen getötet. Zu den Terroranschlägen bekannte sich der Nordafrika-Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida in einer am Freitag vom TV-Sender "Al-Jazeera" in Katar ausgestrahlten Tonaufnahme.

Die Gruppe "Al-Kaida im islamischen Maghreb", die aus der fundamentalistischen GSPC ("Salafistische Gruppe für Predigt und Kampf") hervorgegangen war, erklärte, die Attentate seien die Antwort auf den Tod einer Gruppe junger Mujaheddin in der Kabylei. Die algerischen Behörden hatten nach eigenen Angaben am 8. August in der Kabylei als Reaktion auf einen Selbstmordanschlag auf ein Geheimdienstbüro in Tizi Ouzou zwölf Islamisten getötet.

Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika hatte den Islamisten vorgeworfen, seine Politik der nationalen Versöhnung zu torpedieren. Um einen Erdrutschsieg der Islamischen Heilsfront FIS bei den ersten pluralistischen Wahlen in Algerien Ende 1991 zu verhindern, hatte das Militär den Urnengang abgebrochen, den Ausnahmezustand verhängt und die islamistische Partei verboten. Dies führte zu einem mehrjährigen Bürgerkrieg mit schätzungsweise 200.000 Toten. (APA/AP)

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