Lenzing erhöht Preise bis zu zehn Prozent

25. August 2008, 09:28
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Fasernachfrage schwächer - Jahresergebnis knapp unter Rekordwert 2007 erwartet

Wien/Lenzing - Die oberösterreichische Lenzing AG, Weltmarktführer bei Zellulosefasern, hat Preiserhöhungen um sieben bis zehn Prozent angekündigt. Die neuen Preise sollen ab 1. Oktober gelten. Da auch Hersteller von konkurrierenden Fasern wie Baumwolle mit hohen Rohstoff- und Energiepreisen konfrontiert seien, befürchtet Lenzing-Vorstandschef Thomas Fahnemann keine Marktanteilsverluste, im Gegenteil. "Baumwolle verliert wegen der verstärkten Ethanolproduktion Anbauflächen, wir sehen für uns langfristig Rückenwind, sagte Fahnemann bei der Präsentation der Halbjahreszahlen am Montag.

Trotz Anzeichen einer Abkühlung im Fasergeschäft konnte Lenzing den Umsatz und Gewinn im Beobachtungszeitraum Jänner bis Juni nochmals steigern (siehe Grafik). Im Gesamtjahr 2008 werde man allerdings knapp unter dem Rekordergebnis 2007 bleiben, als ein Ebit von 162,3 Mio. Euro erzielt wurde. Wie viel Gewinn tatsächlich anfalle, hänge letztlich vom Durchsetzungserfolg der angestrebten Preiserhöhung ab.

Seit dem vierten Quartal 2005 sei es gelungen, die Preise kontinuierlich anzuheben. Im zweiten und dritten Quartal dieses Jahres sei dies aufgrund der Konkurrenzsituation nicht mehr möglich gewesen, sagte Fahnemann. Deshalb jetzt der Versuch, einen deutlicheren Preissprung durchzusetzen.

Die Nachfrage nach Viskosefasern sieht Fahnemann langfristig intakt. Vor allem in China kommen aber viele neue Kapazitäten hinzu - allein bis Ende 2009 rund 900.000 Tonnen (bei einer Weltkapazität von derzeit rund 2,5 Mio. Tonnen).

Lenzing selbst verfügt über eine Kapazität von 670.000 Tonnen und hält am Ziel fest, bis 2011 in Indien mit einer Kapazität von 200.000 Tonnen zu errichten.

Weiter ungewiss ist, in welche Hände die Lenzing AG geraten wird. Mehrheitseigentümer ist mit 88 Prozent die B&C Holding, die zu 100 Prozent der B&C Privatstiftung gehört, die ihrerseits im Dunstkreis der Bank Austria steht. Die UniCredit, Mutterkonzern der Bank Austria, will sich von Beteiligungen trennen. Eine Gesamtstrategie steht aber noch aus. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.8.2008)

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