China und Südkorea wollen Beziehungen ausbauen

25. August 2008, 08:25
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Chinas Staatspräsident Hu Jintao zu zweitägigem Besuch in Südkorea: "Strategischer Dialog"

Seoul - China und Südkorea wollen die wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit auf der Grundlage ihrer im Mai vereinbarten "strategischen Partnerschaft" ausbauen. Zu diesem Zweck vereinbarten der südkoreanische Präsident Lee Myung-bak und der chinesische Staats- und Parteichef Hu Jintao am Montag in Seoul unter anderem, noch in diesem Jahr einen strategischen Dialog auf der Ebene hoher Diplomaten beider Länder in Gang zu setzen. Auch soll der Austausch zwischen Militärvertretern gefördert werden. Hu war am Montag zu einem zweitägigen Staatsbesuch in Südkorea eingetroffen.

Die beiden Präsidenten bekräftigten laut einer gemeinsamen Erklärung, sich weiterhin aktiv dafür einzusetzen, dass die internationalen Vereinbarungen zur Beendigung des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms vollständig umgesetzt würden. Im Juni hatte Nordkorea eine detaillierte Liste zu seinem Atomprogramm vorgelegt; allerdings warten die USA und die anderen Teilnehmer der sogenannten Sechs-Länder-Gespräche (Südkorea, China, Japan, Russland) noch darauf, dass Pjöngjang einem Verfahren zur Überprüfung seiner atomaren Abrüstung zustimmt.

Im Koreakrieg (1950-53) kämpfte China mit einer Million "Freiwilligen" an der Seite Nordkoreas gegen das von US-geführten UNO-Truppen unterstützte Südkorea. Ein Friedensvertrag wurde bisher nicht geschlossen. Es gibt lediglich ein Waffenstillstandsabkommen, das Südkorea durch einen förmlichen Friedensvertrag ersetzen will. Die USA und China sollen dabei nach südkoreanischen Vorstellungen als Garantiemächte auftreten.

Vertragsunterzeichnung

Südkorea und China unterzeichneten am Montag Vereinbarungen über eine engere Zusammenarbeit bei der Energieeinsparung, im Kampf gegen die Wüstenbildung sowie in den Bereichen der Informationstechnologie und Bildung. Bei seinem Besuch in Peking im Mai hatte der seit Februar amtierende Lee mit Hu vereinbart, das bilaterale Verhältnis auf eine neue Stufe zu stellen. "Wir glauben, dass der Besuch (Hus) ein Wendepunkt für die Beziehungen der zwei Länder wird, die bisher vorwiegend den Bereich Wirtschaft umfassten", sagte ein Vertreter des südkoreanischen Präsidialamts. China ist Südkoreas größter Handelspartner - das Handelsvolumen zwischen den Ländern beträgt nach südkoreanischen Angaben jährlich 145 Milliarden Dollar. (APA/dpa)

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    Südkoreas Präsident Lee Myung-bak (rechts) und sein chinesischer Amtskollege Hu Jintao vor den Gesprächen in Seoul.

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