Was unterscheidet Obama und McCain?

25. August 2008, 07:52
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Die wichtigsten Differenzen der beiden Präsidentschafts- Kandidaten in zentralen Fragen der US-amerikanischen Politik

Washington - Mit den beiden Nominierungsparteitagen der Demokraten und der Republikaner beginnt die entscheidende Phase des Präsidentschaftswahlkampfs in den USA. Barack Obama wird am Donnerstag in Denver offiziell zum Kandidaten der Demokraten gewählt, die Wahl von John McCain bei den Republikanern folgt eine Woche später. Folgende Übersicht nennt die wichtigsten Unterschiede in zentralen Fragen der amerikanischen Politik:

  • Abtreibung

McCain ist gegen ein Recht auf Abtreibung und hat sich für eine Überprüfung des Supreme-Court-Urteils ("Roe v. Wade") zum Abtreibungsrecht ausgesprochen.

Links: CNN-Videos: McCain on Iraq, abortion 

Obama: Pro-choice, not pro-abortion

Obama ist für die gegenwärtige Rechtslage.

  • Afghanistan

McCain tritt für eine Verstärkung der US-Truppen ein, hat aber keine Zahlen genannt.

Obama tritt für eine Verstärkung um 7.000 auf dann 43.000 US-Soldaten ein. Außerdem hat er sich für gezielte Angriffe auf terroristische Ziele in Pakistan ausgesprochen.

Link: The candidates on war

  • Bildung

McCain plädiert für das Elternrecht bei der Schulwahl und das Recht auf häuslichen Schulunterricht.

Obama ist für die Förderung eines allgemeinen Kindergartenprogramms und eine höhere Lehrerbesoldung.

Link: Candidates on education

  • Energiepolitik

McCain tritt für verstärkte Ölbohrungen vor der Küste und für den Bau von 45 neuen Atomkraftwerken bis zum Jahr 2030 ein.

Obama ist für eine begrenzte Ausweitung der Ölbohrungen vor der Küste und für die Einführung einer Ertragssteuer bei großen Ölkonzernen zur Finanzierung von Ausgleichsmaßnahmen bei gestiegenen Energiekosten.

Link: CNN-Video: Facing voters on gas prices

  • Gesundheitspolitik

McCain will die Krankenversicherung mit Steuervergünstigungen von 2.500 Dollar (1.688 Euro) für Einzelpersonen und 5.000 Dollar für Familien erschwinglicher machen, ist aber gegen eine allgemeine Versicherungspflicht.

Obama tritt für eine allgemeine Krankenversicherung aller Kinder ein und für eine stärkere Beteiligung von Arbeitgebern bei der Krankenversicherung von Mitarbeitern. Die Kosten für Verbesserungen bei der medizinischen Absicherung sollen zum Teil durch Steuererhöhungen bei vermögenden Haushalten gedeckt werden.

  Link: CNN-Video: Obama pokes McCain health care plan

  • Handelspolitik

McCain bekennt sich als Anhänger eines ungehinderten Freihandels.

Obama hat eine Überprüfung des Abkommens zur Nordamerikanischen Freihandelszone (NAFTA) vorgeschlagen, um Arbeitnehmerrechte und Umweltstandards zu stärken.

  • Immobilienkrise

McCain tritt für Hilfen ein, falls es sich bei den Betroffenen um "legitime Kreditnehmer" und nicht um Spekulanten handelt.

Obama hat einen Fonds für Opfer von Hypothekenbetrug und Steuererleichtungen für überschuldete Hausbesitzer vorgeschlagen.

  • Irak

McCain ist gegen einen Zeitplan für einen Abzug der US-Truppen.

Obama tritt für einen Abzug der Kampftruppen innerhalb von 16 Monaten ein.

  • Iran

McCain befürwortet härtere Sanktionen und ist gegen direkte Gespräche mit dem iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad.

Obama unterstützt eine direkte Diplomatie mit iranischen Regierungsvertretern, befürwortet aber ebenfalls härtere Sanktionen.

  • Klimapolitik

McCain tritt für eine Kürzung der Treibhausgas-Emissionen um 60 Prozent bis 2050 ein.

Obama ist für eine Reduzierung um 80 Prozent bis 2050 und ein Zehnjahresprogramm für die Umstellung auf eine "klimafreundliche" Energieversorgung.

  • Kuba

McCain ist für eine Lockerung der US-Sanktionen, sobald es klare Hinweise auf einen Übergang zu einer offenen und demokratischen Gesellschaftsordnung gibt.

Obama hat sich für eine Lockerung von Reisebeschränkungen für Familien und bei den Überweisungen von Exilkubanern in ihre Heimat ausgesprochen. Außerdem hat er sich zu einem Treffen mit dem neuen kubanischen Staatschef Raul Castro ohne Vorbedingungen ausgesprochen.

  • Sozialversicherung

McCain ist für eine Prüfung von Einsparmöglichkeiten.

Obama will dies vermeiden und stattdessen die Steuern für Vermögende erhöhen.

  • Steuern

McCain spricht sich gegen Steuererhöhungen aus und hat eine Kürzung der Unternehmenssteuer um 25 Prozent vorgeschlagen.

Obama tritt für eine höhere Einkommen- und Kapitalertragssteuer bei vermögenden Haushalten ein, ebenso für eine Erhöhung der Unternehmenssteuern.

Link: CNN-Expertenrunde zu Steuern

  • Waffenkontrolle

McCain hat sich gegen eine Einschränkung der bestehenden Rechtslage gewandt.

Obama hat als Senator in Illinois ein Verbot des freien Erwerbs von halbautomatischen Schusswaffen unterstützt und tritt für striktere Regelungen in den Einzelstaaten ein.

  • Todesstrafe

McCain befürwortet die Todesstrafe und tritt für eine Einschränkung der Berufungsmöglichkeiten ein.

Obama befürwortet die Todesstrafe bei besonders schweren Straftaten. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    In vielen Punkten trennen Obama und MacCain Welten.

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