Israel lässt rund zweihundert palästinensische Gefangene frei

25. August 2008, 06:33
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Israel bezeichnte Freilassung als Geste gegenüber dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas

Ramallah/Jerusalem - Israel hat am Montag mit der Freilassung von rund 200 palästinensischen Häftlingen begonnen. Diese werden nach Angaben des israelischen Rundfunks derzeit mit Bussen vom Ofer-Gefängnis in der Nähe von Jerusalem zu einem Kontrollpunkt nahe Ramallah im Westjordanland gefahren.

Israel bezeichnte die Freilassung als Geste gegenüber dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas. Ministerpräsident Ehud Olmert hatte die Freilassung Anfang August nach einem Gespräch mit Abbas angekündigt. Ein Regierungssprecher sprach von einer "vertrauensbildenden Maßnahme".

Für gewöhnlich ließ Israel bisher nur Palästinenser frei, die nicht an Anschlägen auf Israelis beteiligt waren. Am Montag sollen hingegen auch zwei Häftlinge freikommen, die wegen tödlicher Attentate eine Haftstrafe absitzen. Said el Attaba ist der älteste palästinensische Häftling in Israel und verbüßt für die Beteiligung an einem Anschlag seit 1977 eine lebenslange Haftstrafe. Mohammed Ibrahim Abu Ali wurde 1980 für einen tödlichen Angriff auf einen Israeli verurteilt und später auch für den Mord an einem Mithäftling bestraft. Er wurde im Jänner 2006 für die Fatah-Partei von Abbas in das palästinensische Parlament gewählt.

"Blut an ihren Händen"

Die Freilassung der 199 Palästinenser ist in Israel umstritten. Oppositionschef Benjamin Netanyahu kritisierte vor allem, dass Häftlinge freigelassen werden sollen, die "Blut an ihren Händen haben", während der Israeli Gilad Shalit weiterhin vom bewaffneten Arm der radikalislamischen Hamas festgehalten werde. Shalit war im Juni 2006 an der Grenze zum Gaza-Streifen verschleppt worden. In israelischer Haft befinden sich nach palästinensischen Angaben derzeit mehr als 11.000 Palästinenser. (APA/AP/red)

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