Pekingende

24. August 2008, 17:38
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Das war unausweichlich

"Wer Geistern dient, die nicht seine eigenen sind, ist ein Schmeichler. Wer eine Gelegenheit zu rechtschaffenem Tun sieht, sie aber nicht ergreift, der ist ein Feigling." Zum Abschied endlich ein Konfuzius-Spruch, weil Herr Rogge die Chinesen gar so über den grünen Klee gelobt hat.
Und gleich eine Halbweisheit hintnach: Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was empfehlen.

Also, ad Peking. Im Hotel Tibet abzusteigen, ist prinzipiell kein Fehler. Ob das "Tibet" nicht weit ab vom Schuss liegt? Kommt auf den Schuss an. Die Adresse 118 North 4th Ring Road (East) ist sogar eine gute, will man Mauer, Ming-Gräber oder Sommerpalast besichtigen, die sich nördlich der Stadt befinden. Und auch ins Zentrum braucht man vom "Tibet" nicht lange. Zur nächsten U5-Station (Huixinxijiebeikou) ist's ein Katzensprung, zum Lamatempel sind's nur vier Stationen, zum Tiananmen-Platz samt Verbotener Stadt elf Stationen mit einmal Umsteigen (Dongdan, Linie 1 Richtung Pingguoyuan). Ein U-Bahn-Ticket kostet zwei Yuan (ca. 20 Cent), eine kurze Taxifahrt zehn Yuan, für vierzig Yuan kommt man weit.

Lässig sind der Panjiayuan-Markt (Antiquitäten, Schmuck, Porzellan) und der Yashow-Markt (Fetzen, Fetzen, Fetzen). Die Factory 798, eine sensationelle Ansammlung von Galerien, wartet derzeit u. a. mit einer Warhol-Ausstellung auf. In der Bar Blu und im Kokomo geht die Post ab (hört man), gemütlich ist's im Bookworm. Pekingoper? Wurde ausgelassen. Peking-ente? Muss am finalen Abend sein, allein schon wegen derletzten Feststellung: Ente gut,Ciao mit Au. (Fritz Neumann - DER STANDARD PRINTAUSGABE - 25.8. 2008)

 

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