Massa gewinnt im Hafen von Valencia

25. August 2008, 15:51
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Brasilianer im Ferrari vor Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes und Robert Kubica im BMW-Sauber - Räikkönen mit Motorschaden out

Valencia - Felipe Massa ist derzeit der schnellste Mann der Formel 1. Der 27-jährige Brasilianer dominierte am Sonntag die Premiere der Königsklasse in Valencia. Der aus der Pole Position in den Grand Prix von Europa gestartete Ferrari-Pilot triumphierte vor WM-Leader Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes und Robert Kubica im BMW-Sauber. In der WM-Wertung fehlen Massa damit nach 12 von 18 Rennen nur noch sechs Punkte auf Hamilton.

Motorschaden bei Räikkönen

Ungetrübt war die Freude bei Ferrari aber nicht. Weltmeister Kimi Räikkönen blieb zwölf Runden vor Schluss mit einem Motorschaden liegen. Davor war der Finne im Kampf um Platz vier mit seinem Landsmann Heikki Kovalainen zu früh aus der Box gefahren. Der Tankstutzen steckte noch am Auto, ein Mechaniker wurde verletzt. Räikkönen fiel damit hinter Massa auf WM-Rang drei zurück. Bereits 13 Punkte beträgt der Rückstand des Titelverteidigers auf Hamilton.

Ein ähnlicher Motordefekt hatte Massa bereits in Ungarn in Führung liegend den Sieg gekostet. "Umso schöner ist es, dass wir nach dieser Katastrophe hier gewonnen haben", sagte Massa, der in seinem 100. Grand Prix den neunten Sieg einfuhr, den vierten der laufenden Saison. Dazu drehte der Brasilianer im 36. Umlauf die schnellste Rennrunde auf dem neuen Stadtkurs. "Mehr kann man sich eigentlich nicht wünschen. Das Auto lief einfach perfekt."

Kurze Schrecksekunde

Seine einzige Schrecksekunde hatte Massa bei der Ausfahrt nach dem zweiten Boxenstopp zu überstehen, als er beinahe mit dem überrundeten Adrian Sutil kollidierte. Die Ferrari-Crew hatte den Deutschen offenbar übersehen, Massa reagierte aber perfekt und steckte zurück. "Die Mauer kam immer näher und näher. Da wollte ich kein Risiko eingehen", begründete Massa. Auch die Sportkommissäre hatten die Szene begutachtet, Ferrari musste 10.000 Euro Strafe zahlen.

Hamilton war vor dem ersten Stopp eine Runde länger als Massa auf der Strecke geblieben, kam aber knapp hinter dem Ferrari aus der Box. In weiterer Folge war der 23-jährige Engländer chancenlos, gab sich mit Platz zwei zufrieden. "Ich kann mich darüber nicht beschweren. Es sind gute Punkte, es war ein sehr solides Wochenende", meinte Hamilton, dem bei starker Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit leichte gesundheitliche Probleme zu schaffen machten.

Vettel auf Platz sechs

Die befürchteten Unfälle waren auf dem 5,440 km langen Straßenkurs im Hafenviertel Valencias großteils ausgeblieben - und damit auch die Safety-Car-Phasen, mit denen einigen Teams spekuliert hatten. Kubica war lediglich von einem Plastikteil zurückgeworfen worden, das sich an seinem Auto verfangen hatte. "Dadurch bin ich kurz ein bisschen vorsichtiger gewesen", erklärte der Pole. "Auf die Topteams fehlt uns im Moment sowieso eine Kleinigkeit."

Ein sensationelles Wochenende krönte Sebastian Vettel mit Platz sechs und drei WM-Punkten für die Scuderia Toro Rosso. Der deutsche Jungstar hatte schon im ersten freien Training mit Bestzeit und im Qualifying mit Rang sechs aufgezeigt. "Dieses Wochenende haben wir alles richtig gemacht. Wir haben 100 Prozent aus uns herausgeholt", strahlte der 21-Jährige, den viele Experten schon als zukünftigen Weltmeister betrachten.

Red Bull Racing ohne Punkte

Kommende Saison fährt Vettel für Red Bull Racing, das Einser-Team aus dem Hause Mateschitz fuhr in Valencia aber hinterher. Mark Webber 12., David Coulthard 17. - Red Bull verpasste damit bereits zum vierten Mal in Folge Punkte. "Schön langsam müssen sie sich überlegen, was sie in letzter Zeit falsch gemacht haben", sagte Niki Lauda. Der leistungsstärkere Ferrari-Motor dürfe Toro Rosso gegenüber dem Renault-Getriebe des Schwester-Teams bevorteilen.

Für den direkten Red-Bull-Konkurrenten Toyota fuhren hinter dem viertplatzierten Ungarn-Sieger Kovalainen sowohl Jarno Trulli (5.) als auch Timo Glock (7.) in die Punkteränge. Auch der zweite Toro-Rosso-Pilot Sebastien Bourdais landete als Zehnter vor den "Bullen". Vom neuen Kurs hatten sich die Piloten allesamt begeistert gezeigt. Die Premiere hatte am Wochenende insgesamt 210.000 Zuschauer angelockt, 115.000 waren es alleine am Renn-Sonntag.

Für die spanischen Fans hatte der Grand Prix aber mit einer Enttäuschung begonnen. Lokalmatador Fernando Alonso schied bereits in der ersten Runde nach einer unverschuldeten Kollision mit Kazuki Nakajima aus. Der Doppelweltmeister, der sich für die Heim-Premiere so viel vorgenommen hatte, hatte bereits im Qualifying nach einem kleinen Fehler mit Platz zwölf enttäuscht. Am Wochenende hatten sich zudem die Abgangsgerüchte von Renault verdichtet.(APA)

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    Massa zieht vorne weg,...

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    ...also steht er am Podest auch ganz oben.

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