Studie: Ökolandbau kein Klimaretter

24. August 2008, 15:10
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Foodwatch fordert drastische Reduktion von Rindfleisch und Milchprodukten - Kühe emittieren zu viel Methan

Berlin - Der Ökolandbau allein ist noch kein Klimaretter. Das geht aus einer Studie zu den Klimawirkungen der Landwirtschaft hervor, über die das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" vorab berichtete.

Zwar würde eine vollkommene Umstellung auf klimaoptimierten Ökolandbau, der mehr Fläche verlangt, die Emissionen zwar um 20 Prozent reduzieren, heißt es in der Untersuchung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung, die die Verbraucherorganisation Foodwatch am Montag in Berlin vorstellen will. Wenn man aber an der bisherigen Fläche festhielte, käme es zu hohen Ertragseinbußen. Die Produktion von Fleisch und Milch müsste dann um 70 Prozent zurückgehen.

Abschaffung von Vieh nötig

Die klimaschonende Wirkung würde demnach vor allem durch die Abschaffung von Vieh, weniger durch die Ökomethoden erreicht. Der Grund: Wie ihre konventionell gehaltenen Artgenossen stoßen auch Ökorinder Methan aus, das für die Atmosphäre 23-mal schädlicher ist als CO2.

Um die Landwirtschaft klimaverträglicher zu machen, müssten Rindfleisch und Milchprodukte drastisch reduziert werden, folgert Foodwatch. "Wir müssen zurück zum Sonntagsbraten", forderte Thilo Bode, Chef der Verbraucherschutzorganisation.

Abschaffung der Agrarsubventionen gefordert

Laut Foodwatch werden 13 Prozent aller Treibhausgasemissionen in Deutschland von der Landwirtschaft verursacht. Mit 133 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten sei der Ausstoß kaum geringer als im Straßenverkehr (152 Millionen Tonnen).

Deshalb plädiert die Organisation laut "Spiegel" für die Abschaffung der Agrarsubventionen zugunsten eines Systems aus Emissionssteuern und Umweltabgaben. Die Folge wäre eine erhebliche Verteuerung von Fleisch, Milch und Käse. (APA/AP)

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