Reaktionen: "Zeit von Jörg Haider ist vorbei"

24. August 2008, 15:02
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Glawischnig: "Haider hat nichts zu bieten" - Kickl: "Trauriges Zerrbild früherer Zeiten" - Missethon: "BZÖ hat miserable Wirtschaftskompetenz"

Wien - Quasi an bessere alte Zeiten Jörg Haiders erinnerten sich SPÖ, Grüne und FPÖ am Sonntag in ihren Reaktionen auf die Fernseh-"Pressestunde" mit dem BZÖ-Spitzenkandidaten und Kärntner Landeshauptmann. Die ÖVP kritisierte, dass Haider zwar für den Nationalrat kandidiert, aber nicht die Absicht hat, ein Mandat anzunehmen.

"Die Zeit von Jörg Haider ist vorbei", meinte SPÖ-Klubobmann Josef Cap in einer Aussendung. Haider und dem BZÖ gehe es heute nur mehr darum, in den Nationalrat und möglichst die nächste Regierung zu kommen - "Inhalte und Koalitionspartner sind absolut zweitrangig". Haider spekuliere aber vergeblich mit der Vergesslichkeit der Wähler - denn unter den Auswirkungen der schwarz-blau-orangen Koalition 2000 bis 2006 würden die Österreicher heute noch leiden.

"Verlorene Stimme"

Vom alten Koalitionspartner ÖVP hielt Generalsekretär Hannes Missethon dem BZÖ eine "miserable wirtschaftliche Kompetenz" vor. Die zeige sich in Kärnten, das Land sei mit einem gravierenden Defizit und einer katastrophalen Lage am Arbeitsmarkt Schlusslicht in Österreich. Zudem sei "eine Stimme für Haider eine verlorene Stimme", weil dieser gar nicht ins Parlament einziehen wolle.

"Haider hat außer seiner alten Sündenbockpolitik nichts zu bieten", konstatierte die stv. Grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig. Sie bekräftigte den Vorwurf der "Wählertäuschung", da Haider nach der Nationalratswahl kein Mandat annehmen will.

Für FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl bot Haider ein "trauriges Zerrbild früherer Zeiten". Von Zukunftsvisionen habe jede Spur gefehlt, stattdessen habe sich Haider vor allem in "Vergangenheitsbeschönigung" geübt - oder bei Themen wie Asyl oder EU "als Schwarzfahrer der FPÖ betätigt".

Hinweis für Rot-Blau-Orange"

Glawischnig sah in Haiders Ankündigung, einen Vizekanzler Heinz-Christian Strache (F) zulassen zu wollen, einen Hinweis, "dass es in Richtung einer Koalition Rot-Blau mit oranger Unterstützung" geht. Anders interpretierte dies der für das LIF antretende Rudi Vouk - nämlich als Beweis, "dass hinter den Kulissen bereits eine rechte Koalition mit ÖVP, FPÖ und BZÖ realistischer ist als viele annehmen". (APA)

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