Zwischen den Kriegen

23. Februar 2003, 10:00
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Eine eindrucksvolle Anthologie visualisiert die Geschichte der afroamerikanischen Befreiungsbewegung

Dass Colin Powell als Feldherr in den Irakkrieg zog und nun als Außenminister den zweiten in die Wege leitet, ist eine lange Geschichte: die der afro-amerikanischen Emanzipation, die nicht nur selbst eine Art Krieg gewesen ist, sondern auch durch klassische Kriege immer wieder befördert wurde. Das voluminöse Buch "Freedom", das in vielen, vielen Photographien den mühevollen Weg der Afroamerikaner aus Sklaverei und Rassentrennung illustriert, belegt das anschaulich. Neben Straßenschlachten und Lynchszenen tauchen immer wieder afroamerikanische Soldaten auf, die aus dem Krieg - vom Bürgerkrieg beginnend - nicht nur Verwundungen mitbrachten, sondern auch den wohlerworbenen Anspruch, sich als vollwertige Amerikaner fühlen zu dürfen.

Der erste Soldat in dieser illustrierten afroamerikanischen Anthologie ist ein junger Mann in der Uniform des Nordens - einer von 186.000 -, der seinen Colt ans Herz drückt wie George W. Bush die Hand während der Hymne: inniglich. Der letzte Colin Powell mit Ronald Reagan vorm Weißen Haus. Und Naive könnten glauben, "the african american struggle" sei am Ziel. (wei/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22./23. 2. 2003)

Freedom. A photographic History of the African American Struggle, Text by Manning Marable and Leith Mullings. Pictures edited by Sophie Spencer-Wood.
?66,90/512. Phaidon, N. Y.2003.
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    Martin Luther King

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