In Israel will man vorerst abwarten

21. Februar 2003, 20:25
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"Lagebeurteilung" nach der Regierungsbildung

Im Außenministerium in Jerusalem hat man am Freitag noch gar nicht wahrgenommen, dass in Österreich die Koalitionsweichen gestellt wurden - es könne keine Stellungnahme geben, hieß es, solange die Regierungsbildung nicht vollzogen wäre, danach werde man "eine Lagebeurteilung vornehmen". Israel hatte aus Protest gegen VP/FP seinen Botschafter aus Wien abgezogen und seinen Vertretern Kontakte mit österreichischen Kabinettsmitgliedern untersagt. Im letzten Sommer ließ Premier Ariel Sharon aufhorchen, als er Interesse für die Normalisierung der Beziehungen zu Österreich bekundete, dann wurde aber abgewartet, ob sich das Problem mit der FPÖ nicht durch die Neuwahlen "von allein lösen" würde. Nun sei "alles möglich", hieß es in informierten Kreisen, immerhin sei ein Prozess der Wiederannäherung in Gang gekommen, auch in Israel habe es durch die Wahlen im Jänner politische Veränderungen gegeben. Es sei völlig offen, welche Linie die neue israelische Regierung fahren werde. (DER STANDARD, Printausgabe, 22.2.2003)

Ben Segenreich aus Tel-Aviv
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